7 Feb 2018
LOCAL FLAVOUR

Dr‘ Zoch kütt – Karneval im Rheinland

Frühling, Sommer, Herbst und Winter – auf der ganzen Welt gibt es vier Jahreszeiten. Das Rheinland ist stolz auf seine Fünfte: den Karneval. Hier gibt es alle Infos rund um das närrische Fest.

Alle, die noch nie den Karneval im Rheinland mit eigenen Augen gesehen und mitgefeiert haben, können sich wahrscheinlich nicht vorstellen, was für ein Treiben Karneval ist.

Wenn die Karawane weiterzieht und die 18 bis nach Istanbul fährt, dann ist es wieder soweit.

Karneval bedeutet, dass Millionen Menschen ausgelassen und friedlich zusammen feiern. Bunt. Schrill. Laut.

Indianer und Cowboys liegen sich in den Armen. Einhorn bützt Gladiator. Superman und Biene Maja schunkeln zu kölschen Liedern.

Wie sagt der Rheinländer treffend: Karneval is e Jeföhl.

Rheinländische Brauchtumspflege

Ursprünglich wurde Karneval gefeiert, um böse Geister zu vertreiben, die die Ernten und das Wachstum bedrohten und um die guten Geister zu locken, die den Frühling bringen sollten.

Ob dieser Ursprung auch heute noch der Grund zum Feiern ist, sei mal dahingestellt. Brauchtumspflege wird im Rheinland aber stets groß geschrieben.

Wat wellste maache? Mer muss et nemme wie et kütt.

 

Start der Karnevals-Session

Am 11.11. um 11:11 Uhr wird die Karnevalszeit traditionell eingeläutet.

Besonders in den Karneval-Hochburgen Köln und Düsseldorf beginnt dann das närrische Treiben als riesiges Volksfest in den Innenstädten.

In der Zeit danach gibt es unzählige Gelegenheiten, sich auf den Höhepunkt des Karnevals – die Zeit vom Altweiber Donnerstag bis zum Aschermittwoch – einzustimmen.

Die zahllosen Veranstaltungen, die mit viel Herzblut und Freude von den Karnevalsvereine und Festkomitees organisiert werden, laden Groß und Klein zum närrischen Beisammensein ein.

Dabei dürfen natürlich die sogenannten Büttensitzungen nicht fehlen, bei denen die unterschiedlichsten Themen humorvoll diskutiert werden.

Was ziehe ich bloß an?

Die wichtigste Entscheidung darf natürlich nicht untergehen: die Wahl des Kostüms.

Welche Kostüme sind in diesem Jahr angesagt? Kaufe ich mir ein fertiges Kostüm oder stelle ich mir selbst etwas zusammen?

Klar im Vorteil sind all diejenigen, die über künstlerisches oder handwerkliches Geschick verfügen.

Denn sind wir mal ehrlich: die coolsten Kostüme sind mit viel Liebe, Fleiß und Schweiß zusammengestellt worden.

Drinkste ene met?

Wer diese Hürde bravurös gemeistert hat, der kann sich auf eine ausgelassene Karnevals-Woche freuen.

Von Donnerstag bis Dienstag wird gefeiert, gesungen und getanzt.

Du weißt noch nicht, wo du dann hingehen möchtest? Hier gibt es ein paar närrische Vorschläge:

Dr‘ Zoch kütt

Was du unbedingt gesehen haben musst, ist ein typischer Karnevalszug. Ein unbeschreibliches Spektakel, das die Stadt in eine bunte Party verwandelt.

Festwagen, Kapellen und Tanzchöre blockieren feierlich die halbe Stadt.

Dabei gibt’s für jeden was Schönes: Kamelle, kölsches Wort für Süßigkeiten, für die Kinder und Strüßjer, kleine Blumensträuße, für die Großen.

Köln vs. Düsseldorf – alte Fehde rostet nicht

Natürlich besteht auch beim Thema Karneval eine gewisse Rivalität zwischen den Städten Düsseldorf und Köln.

Wer hat den schöneren Rosenmontagszug?

Wer hat die besseren Jecken?

Beim wem scheint die Sonne schöner?

Selbst bei den typischen Karnevalsrufen herrscht Uneinigkeit.

Und doch regnet es in beiden Metropolen jeweils zu „Kölle Alaaf“ oder „Düsseldorf Helau“ Süßigkeiten und die Kinder strahlen um die Wette.

Mir sin nit aaberjläubisch!

Traditionell verbrennen Kölner in der letzten Karnevalsnacht am Veilchendienstag den Nubbel, eine angezogene Strohpuppe.

In Düsseldorf wird als ähnliche Tradition am Aschermittwoch der Höppeditz eingeäschert und zu Grabe getragen.

Mit der Verbrennung werden alle Sünden und Verfehlungen, die die Jecken in der Karnevalszeit begangen haben, getilgt.

Auch die schönste Jahreszeit hat ein Ende

Ist der Nubbel verbrannt und ruht der Höppeditz im Grab, dann ist es Zeit dem Karneval „Tschö“ zu sagen.

Doch packt die Kostüme nicht zu weit weg, denn Karneval geht niemals so ganz.

Nach dem Karneval ist vor dem Karneval.

Also könnt ihr euch jetzt schon auf die nächste Karnevals-Session freuen und sagen: „Maach et joot Karneval, mer sin uns widder!

 

Bist du auch ein Karnevals-Jeck? Was magst du besonders an der fünften Jahreszeit?