22 Sep 2017
BIG PICTURE

Interview mit car2go CEO Olivier Reppert zur IAA 2017

Alle zwei Jahre bietet die Internationale Auto Ausstellung (IAA) in Frankfurt für Experten der Branche genauso wie für Autofans viele Inspirationen. Im Interview teilt Olivier Reppert, CEO von car2go, welche Aspekte der Messe er besonders bemerkenswert fand.

Olivier, was ist dir besonders ins Auge gefallen?

Mich hat am meisten beeindruckt, wie viele der Stände sich ganz klar in eine ähnliche Richtung orientieren, was die Zukunft betrifft. Hier liegt eindeutig ein Fokus auf Elektro-Mobilität und autonomen Fahren.

Die ersten Autos ganz ohne Lenkrad tauchen auf – was auch bei vielen Besuchern für Staunen sorgt. Hier sagen wir: solche Autos wollen wir in Zukunft auf jeden Fall auch bei car2go teilen.

 

Glaubst du, die Messe hielt etwas für Besucher bereit, was sie nicht erwartet haben?

Ich glaube, dass viele herkommen und sich hauptsächlich auf die Autos freuen, dann aber entdecken, dass es jetzt auch ein großes Themenspektrum darum herum gibt.

So gibt es beispielsweise ganze Bereiche, die sich mit dem Thema Mobilität im Allgemeinen beschäftigen und das Thema digitale Innovation in den Mittelpunkt stellen.

Aber es ist auch die klare Aufgabe der Branche zu zeigen, was die Zukunft bringt. Damit werden dann viele vielleicht zum ersten Mal konfrontiert, gehen dann aber auch inspiriert und mit neuen Ideen nach Hause.

 

 

Was ist dir beim Vergleich der Präsenz von car2go auf der IAA und der von anderen aufgefallen?

Natürlich schaut man: welche Produkte werden wo angeboten. Und da ist bei mir der Eindruck hängen geblieben, dass wir in unsrem Bereich – auch im Zusammenspiel mit den anderen Innovationen aus dem Konzern – sehr geradlinig für die Zukunft positioniert sind und dass sich dieser Gedanke konsequent überall bei uns durchzieht.

Hier spielt aber auch mit rein, dass die großen Marken der Branche in vielen komplexen Innovationsfeldern, wie beispielsweise dem Carsharing, in den letzten Jahren eine Expertise aufgebaut haben, die jetzt deutlich der Grundstein für weitere Entwicklungen ist.

Der Mut der First Mover setzt sich fort und wird sich auszahlen.

 

Das Thema „digitale Innovation“ ist ebenfalls sehr präsent – es gibt 3D-Drucker, Online-Communitys und Apps auf der IAA. Wie bewertest du das?

Durch die Digitalisierung ist die Innovationsgeschwindigkeit immer größer geworden. So viele neue Ansätze sind dadurch erst möglich geworden.

Im Konzern gab es immer schon eine große Offenheit für Feedback von außen, aber das wird jetzt durch digitale Innovation noch erweitert.

Deshalb ist es wichtig, dafür auch bei den Messe-Besuchern ein Bewusstsein zu schaffen, um sie einzuladen, hier auch mitzudenken.

 

Wenn man bei smart oder Mercedes-Benz durch die Halle geht, begegnet einem car2go an vielen Stellen. Warum ist das so?

Mit car2go sind wir an vielen innovativen Entwicklungen beteiligt und damit auch an vielen Stellen präsent.

Free-floating Carsharing ist genauso relevant beim autonomen Fahren, wie bei Gedanken zu großflächiger Nutzung von Elektromobilität – daher ist car2go ein wichtiger Bestandteil von vielen Überlegungen und somit auch an vielen Stellen mit dabei.

 

Auf der IAA wurde zum ersten Mal das Projekt #proudtoshareAMG präsentiert

Ab November werden in Hamburg und München jeweils fünf car2go AMG CLA 45 4Matic unterwegs sein. Warum stellt car2go den Membern jetzt auch diese Autos zum Teilen zur Verfügung?
Es gibt den Eindruck, dass Menschen, die sich gern Autos teilen, eher keine emotionale Bindung zum Autofahren und zu den Autos haben. Das stimmt aber nicht – im Gegenteil: wir wissen, dass unsere Member Autos lieben und auch Wert auf ein emotionales Erlebnis beim Fahren legen.

Und wie könnte man das besser herstellen, als mit dieser Kooperation, die mit AMGs in der Flotte für noch mehr emotionale Fahrerlebnisse sorgt?

Zum anderen ist dieser Pilot die Antwort auf einen starken Member-Wunsch: bei einem ersten Pilot mit einem AMG in der Flotte in Berlin im letzten Jahr war die Nachfrage und die Begeisterung bei den Membern so groß, dass wir mit diesem zweiten Piloten jetzt nachlegen.

Vielen Dank, Olivier!

 

Was sind deine Gedanken zu „Autos ohne Lenkrad“? Freust du dich auf autonom-fahrende Autos oder würdest du lieber weiter selbst fahren?