28 Jul 2017
BIG PICTURE

Autovermietung der Zukunft

 Moderne Mobilitätskonzepte stellen klassische Autovermieter zunehmend vor Herausforderungen – was genau sind aber überhaupt die Unterschiede zwischen beispielsweise Autovermietung und Carsharing?

Von der „Generation Golf“ zur „Generation Smartphone“

„In vielen deutschen Großstädten sind heute schon mehr als zwei Drittel aller Bewohner ‚multimodal‘ unterwegs, das heißt sie nutzen die gesamte Vielfalt der Angebote, fahren Busse und Bahnen, gehen zu Fuß oder fahren Rad. Manchmal auch ein Auto.“ (http://www.zeit.de/2016/36/auto-besitz-jugend-studie)

Da ein Auto zu besitzen und es rund um die 23 Stunden am Tag stehen zu lassen, keinen Sinn macht, greifen immer mehr, insbesondere junge Menschen, auf klassische Autovermieter und Carsharing-Anbieter zurück.

Geht die aktuelle Tendenz also von der „Generation Golf“ zur „Generation Mietwagen“?

Nicht ganz. Junge Menschen setzen bei der Nutzung multimodaler Mobilität, wie auch bei allen anderen Interaktionen im Alltag, eher auf ihr Smartphone.

 

Eher Verzicht auf Auto als auf Smartphone

Bereits 2010 wurde im Rahmen von Befragungen von Menschen im Alter von 18 – 25 Jahren festgestellt, dass diese lieber auf ihr Auto als auf ihr Smartphone verzichten würden.

Heute haben sich zudem die Möglichkeiten, Services per Smartphone zu buchen, vervielfacht. Das gilt auch für die Wahl und Buchung von Fortbewegungs- bzw. Verkehrsmitteln.

Neben dem breitgefächerten Angebot an Mobilitätsoptionen, gibt es aber auch gesellschaftliche Trends, die dazu führen, dass immer weniger Menschen ein eigenes Auto besitzen.

Das könnte zum Beispiel das Bedürfnis nach Selbstverwirklichung sein, sodass sich die Ausbildungszeiten ggf. verlängern und das Budget für ein eignes Fahrzeug zu gering ist und sich ebenso die Familienplanung und damit auch der Bedarf für ein eigenes Fahrzeug nach hinten verschieben.

 

Wahl der Mobilitätsoption flexibel nach aktuellem Anlass

Laut Daten des Statistischen Bundesamtes ist „[…] der Anteil der Pkw- Besitzer unter den 18- bis 25-Jährigen zwischen 2011 und 2016 von knapp 56 Prozent auf rund 40 Prozent gesunken […] Vor allem Single-Haushalte verzichten weitaus häufiger auf ein eigenes Auto als Paare oder Familien mit Kindern.

Im Raum steht heute die Frage, welche Mobilitätsoption gewählt wird erst nach den Fragen „Wohin?“, „Wann?“, „Wer?“, „Wie lange?“.

Dazu kommt, dass ein Großteil der Mobilitätsoptionen (Bus, Bahn, ÖPNV, Flüge, Taxi usw.) heute vollumfänglich über das Smartphone jederzeit gebucht und bezahlt werden kann.

Nichtsdestotrotz gibt es Situationen, in denen ein Auto unerlässlich oder einfach praktischer ist. Für diese Fälle bieten sich entweder Carsharing oder die klassische Autovermietung an.

 

Was wird sich voraussichtlich in Zukunft ändern?

Wenn sich der Trend so fortsetzt, werden vermutlich in Zukunft immer weniger Menschen ein eigenes Auto besitzen und auf alternative Mobilitätskonzepte umsteigen.

 

Mit der zunehmenden Digitalisierung und immer neuen Innovationen im Bereich Mobilität werden klassische Autovermieter perspektivisch vor der Herausforderung stehen, ihre Services an die Bedürfnisse des Endkunden anzupassen und zu automatisieren.

Es ist damit zu rechnen, dass Kunden auch künftig ihren Mietwagen für den Urlaub per Smartphone buchen, an- und abmieten und somit flexibel bleiben wollen.

Mit dem Trend zum autonomen Fahren stellt sich letztlich die Frage, ob in Zukunft immer weniger Menschen darauf verzichten, die Fahrerlaubnis zu machen, und auf selbstfahrende Fahrzeuge setzen. Das könnte sich folglich auch auf das Vermietungsgeschäft übertragen.

 

Was meinst du? Wie wird die Autovermietung der Zukunft aussehen?