12 Jun 2017
BIG PICTURE

Wie sieht Mobilität im Jahr 2025 aus?

Wer werden die Anbieter sein, welche Rolle spielen Daten und muss in Zukunft auch der Luftraum als Verkehrsweg in Städten in Erwägung gezogen werden? Diese und viele weitere Fragen zu Mobilität haben sich Experten gestellt und in der aktuellen Zukunftsstudie des Münchner Kreises nun veröffentlicht.

Der Blick in die Zukunft ist immer spannend, daran hat sich seit Marty McFly nichts geändert.

Die Visionen von fliegenden Autos, oder dem Beamen von Ort zu Ort in Sekundenschnelle, hat Hollywood erfolgreich in den Köpfen verankert. Doch was passiert wenn Fachexperten den Blick in das Jahr 2025 und darüber hinaus wagen?

 

Herausforderungen der Akteure

Die Mobilität der Zukunft stellt Herausforderungen vorrangig in Form eines Umdenkens, an seine Hauptakteure. Diese sind:

  • Politik

muss sich verändern in ihrem statischen Denken und in Zukunft. Um eine intelligente und vernetzte Mobilität aufzustellen müssen alte Silo-Denkstrukturen aufgebrochen werden.

 

  • Unternehmen,

werden v.a. vor der Herausforderung stehen den Kontakt zu ihren Kunden in der immer weiter voranschreitenden Digitalisierung nicht zu verlieren.

Darüber hinaus müssen sie sicher stellen auf den Mobilitätssystemen und Plattformen der Zukunft adäquat vertreten zu sein und notfalls passende Kooperationen einzugehen.

 

  • Nutzer

werden in Zukunft die Qual der Wahl haben in Sachen Mobilitätslösung. D.h. auch dass genauer reflektiert werden muss, was der wirkliche Need ist und danach ein großer Markt gescannt werden nach dem optimalen Fit.

 

Neun Themenfelder mit zentralen Erkenntnissen

In der Studie wurden neun Themenfelder der Mobilität 2025+ identifiziert, Thesen aufgestellt, Erkenntnisse gewonnen und Handlungsvorschläge gemacht. Hier ein kurzer Abriss darüber:

Quelle: Münchner Kreis

 

1. Mobilitätsdaten als Währung

Das Expertenteam ist sich sicher, dass Mobilität in der Zukunft ohne die Nutzung persönlicher Daten nicht funktionieren wird und diese die Basis des ganzen Systems sein werden.

Wichtig wird dabei sein eine Transparenz zu schaffen und einheitliche europaweite Regeln zu schaffen.

 

2. Mobilität ohne digitale Spaltung

Der Zugang wird in Zukunft digital sein. D.h. denjenigen die von der Digitalisierung abgeschnitten sind, wird Mobilität verwehrt.

Die Herausforderung wird es hier sein dafür zu sorgen, dass es dadurch nicht zu einer zwei Klassen Gesellschaft kommt.

 

3. Echtzeit-Mobilitätsmarktplatz

Es wird eine Vielzahl neuer Mobilitätsdienstleistungen geben, sowohl für Personen als auch für Güter.

Ihre Auswahl und ihr Vergleich werden die Herausforderung für den Nutzer sein. Wichtig wird es sein, offene, freie Marktplätze zu erhalten und ein Monopol globaler Plattformen zu vermeiden.

4. Politischer Wandel im Infrastrukturverständnis

Wichtig um in Zukunft auf Ebene der Politik kompetente Entscheidungen treffen zu können, wird es sein ein Intrastrukturverständnis aufzubauen.

 

5. Mobilitätssysteme im Wandel

Die Frage soll und wird sein wie etablierte und neue Mobilitätslösungen sinnvoll verknüpft werden können, um ein Denken in Entweder-Oder-Kategorien zu vermeiden und die Potenziale aller Optionen bestmöglich zu nutzen.

 

6. Verlust des direkten Kontaktes zum Kunden

Die Kundenzentrierung wird ein Erfolgsfaktor in der Zukunft sein. Eine direkte Schnittstelle zum Kunden ist ein Differenzierungskriterium im Wettbewerb zwischen neuen und etablierten Mobilitätsanbietern.

Die klassischen Anbieter sind zu langsam darin Kundenwünsche aufzunehmen und werden so auf der Strecke bleiben.

 

7. Zusatznutzen als Faktor der Verkehrsmittelwahl

Flexibilität, Komfort und Geschwindigkeit sind typische Faktoren bei der Wahl der Mobilitätslösung.

In Zukunft wird dies vermutlich aber nicht mehr reichen und zusätzliche Angebote während der Fahrt können zum Wettbewerbsvorteil werden.

8. Potenziale zur Vermeidung physischer Mobilität

Kann virtuelle Mobilität eine alternative in der Arbeitswelt oder der Freizeit sein? Neue digitale Technologien und ein Einstellungswechsel könnten dafür sorgen.

 

9. Güterverkehr im radikalen Umbruch

Die Grenzen zwischen dem Personen- und dem Gütertransport werden aufgehoben, um den Druck auf die Verkehrsinfrastrukturen nachhaltig zu verringern. In einer intelligenten Stadt sollte dies in einem Systemverbund betrieben werden.

D.h. auch: Logistik treibt zukünftige Mobilitätsinnovationen an.

 

Sharing im Jahr 2025

Es wird spannend in welche Richtung sich Car-Sharing entwickelt. Dass es in der Mobilität der Zukunft eine Rolle spielen wird, darüber sind sich die Experten einig. Die Frage wird sein, in welcher Form.

Die Schnittstelle wird in Zukunft in jedem Fall rein digital sein. Es wird sicher aber zeigen, ob sich das Angebot weiterhin auf Ballungsräume beschränkt, oder das System auch für ländliche Bereiche adaptiert werden kann.

Ein Gamechanger werden hier auch autonome Fahrzeuge sein und die Art und Weise wie diese das System des Sharings auf eine neue Ebene heben.

 

Was ist eure Meinung zur Mobilität der Zukunft? Was kommt, was bleibt, was wird in Kürze überholt sein?

 

Die ganze Studie des Müncher Kreises wird hier zum Download angeboten und bietet noch tiefere Einblicke in die angerissenen Themenfelder.