12 Apr 2017
BIG PICTURE

Beschlossene Sache: Das Carsharing-Gesetz

Es ist soweit: Die deutsche Bundesregierung hat das Carsharing-Gesetz verabschiedet. Für car2go eröffnen sich dadurch viele neue Möglichkeiten und Chancen. Ein Überblick.

Jetzt ist es amtlich. Zum 1. September 2017 werden Carsharing-Fahrzeuge in Deutschland bevorzugt behandelt. Damit ist der rechtliche Rahmen gesetzt, um mit Stadtverwaltungen auf Carsharing zugeschnittene und rechtssichere Vereinbarungen zu treffen.

Für Verkehrsminister Alexander Dobrindt eine logische Folge der positiven Entwicklungen im Carsharing-Segment: „Carsharing ist sehr beliebt und hat großes Wachstumspotential. Wir wollen dem Carsharing mehr Dynamik ermöglichen.“

Das Gesetz

Das Gesetz ist ein Meilenstein. Es bietet den Städten die Möglichkeit, Parkgebühren für Carsharing-Fahrzeuge zu senken oder gar komplett zu streichen. Auch könnten zukünftig Fahrzeuge auf Anwohnerparkplätzen abgestellt oder Höchstparkdauern ignoriert werden. Allerdings bleibt ein „könnte“, denn die konkrete Ausgestaltung liegt im Ermessen der jeweiligen Stadt.

„Auf unser Verhandlungsgeschick und unsere Überzeugungsarbeit kommt es also weiterhin an“, wie Patrick Tünkers, unser Experte in Sachen Carsharing-Gesetz, anmerkt. Er ist aber guter Dinge: „car2go ist mittlerweile von einer Idee zu einem festen Bestandteil multimodaler Mobilität in Deutschland geworden. Wir haben gute Argumente und viel vorzuweisen. Die Städte wissen das.“

Zukünftig wird die Zusammenarbeit um einiges leichter werden. Zwar haben wir mit einigen Städten bereits Parkvereinbarungen verhandeln können, aber längst nicht mit allen.

So manche Stadt zögerte in Vergangenheit, überhaupt in Verhandlungen zu treten. Der Grund? Weil die rechtliche Grauzone abschreckte. Aber diese Tage gehören jetzt der Vergangenheit an. Mit dem neuen Gesetz kann nun neu, leichter und womöglich besser verhandelt werden.

Der Ausblick

Mit über 1,7 Millionen Nutzern und über 17.200 Autos auf deutschen Straßen ist Deutschland Spitzenreiter in Sachen Carsharing in Europa. Die Prognosen versprechen für die nächsten Jahre weiterhin ein massives Kundenwachstum.

Die Vorteile des Carsharings für Umwelt- und Verkehrsentlastungen sind in vielen Studien eindeutig belegt. Das neue Carsharing-Gesetz unterstreicht die Bedeutung der bisherigen Entwicklungen und ebnet den Weg für eine rosige Zukunft. Doch kann das Gesetz Schule machen?

Carsharing ist ein positives politisches Thema – gerade für Städte, deren Verkehrs- und Klimaziele mit klassischen Methoden nicht zu erreichen sind.

Auch für die Regierungen könnte Carsharing Vorteile mit sich bringen: Mit Blick auf die extremen Stickstoffbelastungen in vielen europäischen Städten und den daraus resultierenden EU-Strafverfahren, könnte ein Carsharing-Gesetz ein Faktor sein, um die Gemüter in Brüssel zu beruhigen. Denn eins  ist klar: Carsharing hilft dem Klimaschutz und der Luftreinhaltung.

Es wird sich zeigen wie erfolgreich die deutschen Städte das Gesetz in nächster Zeit umsetzen. Die Möglichkeit, dass andere Länder bei der Gestaltung eines solchen Gesetzes nachziehen, ist in jedem Fall gegeben.

 

Denkst du das Carsharing-Gesetz wird dabei helfen, Carsharing noch weiter auszubauen?