13 Mrz 2017
BIG PICTURE

Die sechs großen Carsharing-Herausforderungen

Der Carsharing-Markt wächst und wächst und damit auch seine Akzeptanz. Carsharing ist keine Zukunftsmusik mehr, sondern ein zukunftssicheres Unterfangen. Dennoch steht die Branche vor großen Herausforderungen.

 

Wie erst kürzlich durch eine Studie der Boston Consulting Group belegt, wird die Anzahl von Carsharing-Nutzern bis 2021 in Deutschland auf mindestens zwei Millionen steigen. Weltweit soll sich die Zahl sogar versiebenfachen und der weltweite Umsatz durch Carsharing bei 4,7 Milliarden € liegen. So schön das auch klingen mag, es bleiben große Herausforderungen, die es bis dahin zu bewältigen gilt:

 

Ein Wink mit dem Zaunpfahl?

Das Angebot für die Kunden könnte an manchen Standorten, wo große Nachfrage herrscht, besser sein, wenn die politischen Rahmenbedingungen stimmen würden. Es gibt schon jetzt vielerorts innovative Mobilitätsdienstleistungen, allerdings schlagen sich die Anbieter oft noch immer mit einer Gesetzeslage aus dem letzten Jahrtausend herum.

Das betrifft sowohl das Thema Stellplätze im öffentlichen Raum, als auch Parkerlaubnisse und Parkvereinbarungen. Mittlerweile ist man zumindest in Deutschland auf einem guten Weg – das vom Verkehrsministerium angebrachte Carsharing-Gesetz soll hier Abhilfe leisten und Schule machen in Europa.

Es gilt aber weiterhin, die Aufmerksamkeit und Dringlichkeit des Themas hoch zu halten, um den Städten die vielen Vorteile von Carsharing näher zu bringen.

 

Die Lösung aller Verkehrsprobleme?

Viele Studien der letzten Jahre haben es bewiesen: Carsharing schafft es, dass ungenutzte Privatfahrzeuge von der Straße verschwinden und die Parkplatzsituation sich entspannt.

Die Staubbelastung wird reduziert, die Luftqualität verbessert. Zwar sprechen diese Faktoren stark für den Ausbau von flexiblem Carsharing, um die heutigen Verkehrs- und Umweltprobleme in den Städten besser unter Kontrolle zu bekommen. Allerdings ist es weiterhin eine riesige Herausforderung, auf die verschiedenen und individuellen Belange einzelner Städte, Politiker und Stadtbezirke einzugehen und am Ende in Verhandlungen zu treten.

 

Expansion möglich?

Zugleich bleibt die Herausforderung, dass Carsharing bislang nur in großen Städten rentabel ist. Ideal ist eine hohe Einwohnerdichte auf einem klar begrenzten Gebiet. Madrid ist das Ideal mit einer Million Menschen auf knapp 50 Quadratkilometern Fläche.

Kleinere Städte weisen diese Notwendigkeit für das Konzept von flexiblem Carsharing nicht auf. Dennoch wird derzeit getestet, inwiefern das Konzept von car2go adaptiert werden muss, um auch auf kleinere Städte übertragbar zu sein (Städte ab 200.000 Einwohnern).

Flexibles Carsharing auch in kleinere Städte zu bringen, bleibt aber auch weiterhin eine der größten Herausforderungen.

 

Elektro, nur wie?

Für viele Carsharing-Anbieter, auch für car2go, ist darüber hinaus das Thema Elektromobilität elementar. Die meisten Großstädte leiden unter starker Luftverschmutzung – erste Fahrverbote und Restriktionen gibt es bereits.

Das Elektroauto gilt zu Recht als Retter, in keine andere Entwicklung wird derzeit im Automobilmarkt mehr Geld investiert. Jedoch ist die fehlende Ladesäuleninfrastruktur aktuell noch ein großes Hemmnis bei der Akzeptanz dieser Technologie.

Allen sollte klar sein, dass viele Carsharing-Anbieter hier Pionierarbeit leisten und versuchen die Elektromobilität in den Städten voranzutreiben, allen voran car2go. Damit sich das Elektroauto als Stadtauto durchsetzen kann, sind aber die Städte gefragt, ihre Infrastruktur auszubauen.

 

Bald autonom?

Klar ist: Das autonome Fahren wird die Carsharing-Industrie massiv beeinflussen und herausfordern. Wie wird sich die Infrastruktur, der Verkehr, die Autonutzung mit selbstfahrenden Autos, verändern? Das über die Nutzung von car2go erlangte Wissen stellt einen großen (Wettbewerbs-)Vorteil dar.

Besonders Daimlers breite Aufstellung als vielseitiger Mobilitätsdienstleister wird in der Zukunft dabei helfen, die Daten von car2go, mytaxi und moovel zusammenzuführen.

Kaum ein Unternehmen weiß schon heute so viel darüber, wo und zu welchen Zeiten der konkrete Mobilitätsbedarf besteht. Wenn wir dieses Wissen intelligent nutzen, wird sich das Bild von car2go von einer reinen Dienstleistung zu einem intelligenten Instrument zur Steuerung autonomer Flotten entwickeln.

 

Die Konkurrenz

Die Konkurrenz ist in den letzten Jahren nicht kleiner geworden. Neben car2go haben sich besonders DriveNow und enjoy in Europa und Uber in Nordamerika als ernstzunehmende Konkurrenten etabliert.

Alle wollen weiter wachsen und sich breiter aufstellen. Der Wachstumstrend der Industrie setzt sich also fort.

Zugleich ist car2go unangefochtener Weltmarktführer im flexiblen Carsharing. Nur die besten und professionellsten Anbieter werden sich langfristig durchsetzen. Mit dieser Zuversicht gilt es nun, die anstehenden Herausforderungen anzunehmen und zu bewältigen.

 

Welche Herausforderungen seht ihr und wo – was braucht es eurer Meinung nach um sich ihnen zu stellen?