5 Jul 2016
car2go INSIGHTS

Feinstaub-Alarm in Stuttgart

Die Stadt Stuttgart hat in den vergangenen Monaten erstmals „Feinstaub-Alarm“ ausgerufen und die Menschen aufgefordert ihre Autos stehen zu lassen und Alternativen zu finden. car2go könnte eine Alternative sein, da ausschließlich Elektroautos in Stuttgart fahren. Katja Bosler, Location Managerin Stuttgart von car2go, beantwortete einige Fragen zu dem Thema.

car2go: Was ist Feinstaub-Alarm?

Katja Bosler: Der Deutsche Wetterdienst (DWD) prognostizierte an zwei aufeinander folgenden Tagen, dass die Luft sich nur gering austauschen kann. Das bedeutet, die kalte Luft kann nicht aufsteigen, da die warme Luft in den höher liegenden Luftschichten das verhindert.

Durch die Stadtkessellage stauen sich die Luftschadstoffe, die Konzentration von Feinstaub und Stickstoffdioxid in Stuttgart an und die Grenzwerte werden überschritten.

car2go: Wird es Feinstaub-Alarm in Zukunft öfters geben?

Katja Bosler: Ja, das wird es öfters geben, da es in den vergangen Jahren ebenfalls hohe Konzentrationen von Feinstaub wegen der besonderen Lage Stuttgarts gab. Dieses Jahr kam es schon zu fünf Feinstaub-Alarmen. Jedoch kam es an deutlich mehreren Tagen zu einer Erhöhung der Konzentration.

Jetzt sollten die Menschen aufmerksam gemacht und ein Umdenken angestoßen werden, um die Werte dauerhaft zu reduzieren. Das Umdenken geschieht nicht von heute auf morgen, sondern ist ein langjähriger Prozess, bei dem man früh genug anfangen muss.

car2go: Was kann der einzelne Bürger machen?                                                   

Katja Bosler: Jeder sollte sich mit der Problematik befassen, damit der Anteil des Feinstaubs verringert wird. Vor allem werden die Autofahrer dazu aufgefordert sich Alternativen zu suchen, wie z.B. die Dienstleistung von car2go zu wählen, die die größte Elektroflotte ganz Deutschlands haben.

Zudem können die Menschen die öffentlichen Verkehrsmittel nutzen, P+R-Plätze anfahren, Fahrgemeinschaften bilden, mit dem Fahrrad oder Pedelec fahren, zu Fuß gehen oder die Arbeit flexibel gestalten wie z.B. durch Home-Office. Zudem sollte man auch den Komfort-Kamin auslassen, wenn dieser nicht als Wärmequelle dient, denn dieser produziert unzählige inhalierbare Staubteilchen.

car2go: Was trägt car2go mit der Aktion des Feinstaub-Alarms bei?

Katja Bosler: car2go hat während des Feinstaub-Alarms den Minutenpreis um mehr als die Hälfte (14 Cent/Minute) reduziert und über den Code „Feinstaub“ konnte man sich kostenlos registrieren.

car2go möchte durch die Aktion das Umdenken anstoßen, die Leute dazu bewegen car2go zu fahren und neue Wege zu gehen und möglicherweise auf ein zweites Auto zu verzichten.

Zudem finden wir die Aktion von der Stadt Stuttgart klasse und möchten sie unterstützen, denn die Luft geht uns alle an. Die Aktion mit den 14 Cent/Minute und der kostenlosen Registrierung gab es bis Mitte April, immer dann, wenn Feinstaub-Alarm in Stuttgart ausgerufen wurde.

In diesem Zusammenhang haben die Bürger erstmal Elektroautos kennen gelernt und ausprobiert. Vieles war neu, wie z.B. das Konzept des Carsharings, Freefloating und das Laden der Elektroautos. Die Ladung der Elektroautos bei car2go erfolgt ausschließlich über Ökostrom.

Ein Stuttgarter schrieb uns: „Ich habe den Motor angemacht und einfach keine Geräusche gehört – im ersten Moment habe ich mich gewundert, aber bei Elektroautos ist das nun mal so und die erste Fahrt war einfach klasse!“

car2go: Was für Erfolge hat der Feinstaub-Alarm bisher gebracht? Besonders für die Umwelt?

Katja Bosler: Eine abschließende Beurteilung gibt es noch nicht, aber an Werktagen konnte ein leichter Rückgang des Verkehrsaufkommens beobachtet werden. Eine punktuelle Auswertung ist relativ schwierig, da es keinen 100-prozentigen vergleichbaren Tag gibt.

Bei car2go konnte man allerdings eine deutliche Steigerung feststellen. Die Menschen haben die car2go Aufrufe bemerkt und sind Elektroauto gefahren. Auch viele Neukunden konnten wir gewinnen, die die Elektroautos in Stuttgart ausprobiert haben.

car2go: Wie geht es nach der Aktion weiter?

Katja Bosler: Zuerst werten wir die Daten aus und schauen wie es gelaufen ist. Der Feinstau-Alarm ging Mitte April erst einmal in Sommerpause.

Vielen Dank Katja, für das informative Interview!

Welche Alternativen habt ihr während dem Feinstaub-Alarm genutzt?