6 Mrz 2016
BIG PICTURE

Vernetzte Mobilität – Die Zukunft der Fortbewegung

Wir sind heute mobiler denn je: Um von A nach B zu kommen, stehen uns zahlreiche Verkehrsmittel zur Verfügung und damit alle Wege offen. Eine tiefgreifende Vernetzung geht aber über die Kombination von Auto, Fahrrad und ÖPNV hinaus und verändert unsere heutigen Mobilitätskonzepte von Grund auf.

Vernetzte Mobilität wird die Zukunft der Fortbewegung prägen. Schon heute kooperieren Stadtentwickler mit Verkehrsunternehmen, die sich zu plattformübergreifenden Mobilitätsdienstleistern entwickeln.

In Stuttgart oder Köln fahren Inhaber von Monatskarten des ÖPNV bereits günstiger mit angeschlossenen Bike- und Carsharing-Unternehmen und mit Smartphone-Apps wie moovel wird der Umstieg von einem Verkehrsmittel auf das andere noch einfacher. Aus car2go, Flinkster, Fahrrad, Bahn oder Taxi kann sich jeder seine Wunschkombination für den anstehenden Weg zusammenstellen und mit einem Klick buchen.

Visionen für die Zukunft

Vernetzte Mobilität bedeutet aber mehr als das. In der Zukunft soll die Verbindung zwischen Mensch, Transportmittel und Straße die Fortbewegung revolutionieren.

Das beginnt mit kleinen Entwicklungen, wie der Smartphone-Integration ins Auto für terminoptimierte Routenplanung, und geht weiter mit der Kommunikation des Autos mit der urbanen Infrastruktur. Würden Sensoren auf der Straße direkt mit dem Auto kommunizieren, könnten Ampelphasen in Echtzeit für ein staufreies Fahren optimiert oder freie Parkplätze direkt im Navigationsgerät angezeigt werden.

Das eigentliche Ziel ist eine globale Vernetzung der Verkehrsmittel untereinander.Autonomes, also ein vom Computer optimiertes Fahren,könnte den Traum einer unfall- und staufreien Stadt wahr werden lassen.

Einen Ausblick auf diese neue Form der Fortbewegung gibt das Urbanitätskonzept „Shareway2030“. In dem Entwurf wird die Infrastruktur der Metropolregion von Washington bis Boston vollständig runderneuert: Weg von der Zentralisierung der Nachkriegsära mit schlecht angebundenen Vorstädten hin zu einem dezentralen Leben und einer vernetzten Mobilität.

Die passenden Verkehrsmittel werden aus einem geteilten Pool von Fahrzeugen ausgewählt, stehen an strategischen Punkten bereit und „wissen“schon vor dem Losfahren, wohin die Reise gehen soll, weil Sie mit dem Terminkalender des Nutzers interagieren. Selbst die Straßen werden mit intelligenten Panels ausgestattet, die sich an das Verkehrsaufkommen anpassen und ihre Oberfläche je nach Bedarf für Autos, Fahrräder oder Fußgänger optimieren.

Noch ist das Zukunftsmusik

Es ist noch ein langer Weg bis autonomes Fahren Realität und flexibel geteilte Verkehrsmittel und -wege zum Standard werden. Dann jedoch ermöglicht vernetzte Mobilität eine verkehrsoptimierte Nutzung des öffentlichen Raumes.

Ob sich die globale Vernetzung zu Gunsten einer perfekten Mobilität realisieren lässt, hängt jedoch auch mit Fragen des Datenschutzes zusammen. Erst wenn die geklärt sind, werden Navigationsgeräte mit Terminkalendern kommunizieren und unser Smartphones beim Einstieg in den Zug automatisch ein Bahnticket für uns kaufen.

Nutzt ihr bereits die Vorteile vernetzter Mobilität? In welchen Situationen oder an welchen Orten wünscht ihr euch noch mehr Vernetzung und Flexibilität?