8 Apr 2015
LOCAL FLAVOUR

City Trips: Alles andere als nur Autos in Turin

Wer an Turin denkt, hat wahrscheinlich erst mal rauchende Schlote einer Industriestadt vor Augen. Die Stadt im Nordwesten Italiens war einst Zentrum der Automobilherstellung und zog tausende Arbeiter aus dem ganzen Land an. Ihr denkt auch an Schornsteine, FIAT und Lancia? Sicheres Zeichen dafür, dass ihr selbst noch nicht in der mittlerweile grünsten Stadt Italiens gewesen seid und nicht wisst, welche Sehenswürdigkeiten Turin zu bieten hat.  Am besten, ihr überzeugt euch selbst von den Vorzügen der Stadt, die mit sehr gutem Essen, kilometerlangen Arkadengängen, Kaffeehäusern und verwinkelten Gassen aufwartet. Wir haben ein paar Anregungen, was ihr bei einem Kurztrip nach Turin so anstellen könntet.

Vom Flughafen aus fährt ein Bus, der zentral am Hauptbahnhof hält. Von hier könnt ihr euren Spaziergang in nord-östlicher Richtung durch die Innenstadt starten, in deren Gassen man sich leicht verlieren kann, auch wenn sie schachbrettartig angelegt sind.

Dutzende kleine Plätze eröffnen sich euch, versteckte Innenhöfe mit romantischen Brunnen laden zum Verweilen ein und zahlreiche Bogengänge schützen auch bei schlechtem Wetter. Auch wenn ihr wenig Zeit habt, einen Blick auf den königlichen Palast, den Palazzo Reale, solltet ihr auf jeden Fall werfen.

Die ehemalige Residenz des Hauses Savoyen gehört zum UNESCO Weltkulturerbe.

Porta Palazzo – der größte offene Obst- und Gemüsemarkt Europas. Foto: Samedi matin Porta Palazzo von Frédérique Voisin-Demery, CC BY 2.0

Porta Palazzo – der größte offene Obst- und Gemüsemarkt Europas. Foto: Samedi matin Porta Palazzo von Frédérique Voisin-Demery, CC BY 2.0

Um einen langen Tag durchzuhalten, solltet ihr euch zunächst stärken. Bei kleinem Budget werdet ihr auf dem größten offenen Obst- und Gemüsemarkt Europas fündig, dem Porta Palazzo.

Wer etwas mehr Zeit und Geld hat, sollte in eine der zahlreichen Trattorien gehen, in denen regionale Spezialitäten aufgetischt werden. Hier nur einen Gang zu bestellen, kommt fast schon einer Beleidigung gleich – und es wäre auch viel zu schade um all die Leckereien!

Zum Nachtisch geht es in eines der zahlreichen Kaffeehäuser, zum Beispiel bei Al Bicerin am Piazza della Consolata. Hier gibt es „Bicerin“, eine Turiner Spezialität. Sie besteht aus Kaffee mit Milchcreme und Schokolade und schmeckt himmlisch. Auch wenn sie nicht ganz günstig ist, ihren Preis ist sie wert.

Die Mole Antonelliana – Wahrzeichen Turins

Panoramablick auf die Alpen und über die Poebene. Foto: Hpnx9420, CC BY 3.0, zugeschnitten

Panoramablick auf die Alpen und über die Poebene. Foto: Hpnx9420, CC BY 3.0, zugeschnitten

Auf unserem Weg zu unserem nächsten Ziel kommen wir durch das Porta Palatina, das direkt am Markt liegt. Dieses Stadttor stammt noch aus der Antike und gehörte zur römischen Siedlung.

Ganz in der Nähe steht die Mole Antonelliana, das Wahrzeichen der Stadt. Das eigentlich als Synagoge geplante Gebäude beherbergt das nationale Kinomuseum. Die begehbare Kuppel bietet einen wundervollen Panoramablick über die gesamte Poebene, die Hügel Piemonts im Süden und die Alpen im Norden. 

Ganz ohne Auto geht es nicht

Um zum Museo Nazionale dell’Automobile, also dem Automobilmuseum zu kommen, habt ihr mehrere Möglichkeiten: Entweder macht ihr einen Spaziergang entlang des Po, allerdings solltet ihr dazu mindestens eine Stunde einplanen.

Alternativ könnt ihr euch ein car2go schnappen. Im Museum findet ihr hunderte Automobile. Angefangen bei dampfgetriebenen Wagen über Kutschen bis zu modernen Rennwagen ist hier alles zu sehen.

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Rampe zur Teststrecke im Lingotto Fiere. Foto: Lingotto factory von Arjen Rienks CC BY-SA 2.0, zugeschnitten

Nur einen Katzensprung entfernt befindet sich das Lingotto Fiere. Das ehemalige Automobilwerk hatte eine Teststrecke auf dem Dach, welche über eine Rampe zu erreichen war.

Die Autoherstellung ist in diesem Gebäude schon längst Geschichte, heute befinden sich hier ein Multiplexkino und ein Kongresszentrum. Die Teststrecke gibt es noch, allerdings wird sie nur noch von Fußgängern getestet.

Zur Orientierung findet ihr hier noch einmal alles Erwähnte auf der Karte.

Haben wir eine Sehenswürdigkeit vergessen, die man auf keinen Fall verpassen sollte? Ihr habt Anregungen oder Fragen?
Nutzt einfach die Kommentarfunktion. Wir freuen uns auf euer Feedback.

Beitragsbild: Die Mole Antonelliana, Wahrzeichen Turins, im Hintergrund die Alpen. Torino and Mole Antonelliana from Villa della Regina von Leonardo Pires, CC BY 2.0, zugeschnitten