26 Feb 2014
BIG PICTURE

people2know: Rainer Becker

Reinsetzen, losfahren, ankommen. Damit es so einfach funktioniert, hat es kleine Genies, kluge Köpfe und guten Kaffee gebraucht. In unserem Blog stellen wir euch Personen vor, die mit ihren Ideen, Lösungen oder Überstunden einen Beitrag zum großen Ganzen geleistet haben: Heute spricht Rainer Becker, Head of Business Development Asia-Pacific und seit 2009 dabei.

car2go wäre heute ein anderer Service, hätte ihn Rainer Becker nicht als Mitglied der Geschäftsleitung mitkonzipiert. Wer an vorderster Front arbeitet, muss regelmäßig neue Herausforderungen bewältigen –  so auch er.

Mal unfertige Technik, mal fehlende Büros im Ausland und jetzt, da er für die Geschäftsentwicklung in Asien zuständig ist: Menschen, die ein völlig anderes Verhältnis zu Autos haben oder Behörden, für die Parken auf der Straße ein Grauen ist.

Welche Hürden er immer wieder nehmen muss und welche Erfolge er bereits feiern durfte, das haben wir ihn gefragt und seine Antwort kommt hier:

„Am Anfang war alles sehr improvisiert und trotzdem hat’s immer wieder funktioniert.“

Einer der skurrilsten Momente bei car2go war der Launch des Pilotprojekts in Ulm. 100 Fahrzeuge auf dem Marktplatz. „Morgen kommen hier 30, 40 Journalisten“, hat irgendeiner gesagt. „Und die werden alle gleichzeitig ihre Karte an das Auto halten.

Hat schon einmal jemand probiert, was dann passiert?“ Alle haben sich angeguckt: „Nein. Eigentlich nicht.“ Also haben wir es mit 20 Karten ausprobiert, und natürlich ist es daneben gegangen.

Alles klar, eine Lösung musste her, um das außergewöhnliche Anfragevolumen in Schach zu halten. So teilten wir die Journalisten in Gruppen auf und siehe da, es hat funktioniert. Am Anfang war eben alles sehr improvisiert und im Versuchsstadium.

Daimler Mobility Services

Daimler Mobility Services

Ein Jahr später in den USA: Austin, Texas. Wir hatten eine Stadt, die interessiert war, aber ein Geschäftssystem, das noch nicht vollständig ausgereift war. Wir haben einfach viele Dinge völlig neu aus dem Boden gestampft.

Zum Beispiel habe ich den amerikanischen Kollegen irgendwann gesagt, dass wir jetzt die Kreditkarten-Provider anbinden müssen. „Was, Kreditkarten-Provider?“

Also saßen wir wenig später bei einem der Kollegen auf dem Hotelzimmer und haben Banker von JP Morgan, Western Union und Co. vom Zimmertelefon aus angerufen. Das fühlte sich zumindest ein wenig nach Garage an. Sehr improvisiert.

Mittlerweile sind die Herausforderungen anders. Jetzt kümmere ich mich um die Expansion nach Asien.

Da kann ich sagen: „Passt auf, Leute, wir machen das in 25 Locations mit mehr als 600.000 Kunden. Wollt ihr das nicht auch haben?“

Meist treffe ich dann trotzdem auf Vorbehalte. Andere Umgebung, anderer kultureller Hintergrund, andere Mobilitätsmuster.

Leute, die von Carsharing noch nichts gehört haben. In China wollen Leute erstmal Autos besitzen. Außerdem kann man dort für 8 Euro auch eine Stunde Taxi fahren.

Daimler Mobility Services

Daimler Mobility Services

Aber, eines ist auch klar: In China geht alles dreimal so schnell. Wenn ich sage, dass Carsharing heute vielleicht für viele noch keine optimale Lösung darstellt, heißt das dort bestimmt nicht, dass es auch in 30 Jahren noch so ist.

Es ist nicht unwahrscheinlich, dass zum Beispiel der chinesische Markt schon in zwei Jahren für Carsharing bereit ist.

Mein Fazit: Es bleibt definitiv spannend – jeden Tag!

Habt ihr unseren car2go Service bereits im Ausland genutzt? Wie waren dort eure Erfahrungen? Teilt sie mit uns! Nutzt dazu einfach die Kommentarfunktion unter dem Blogeintrag.

Wir freuen uns auf euer Feedback!