20 Jan 2014
LOCAL FLAVOUR

City Trips: München – Ein architektonischer Marathon von Nymphenburg bis Schwabing

Wir gehen wieder auf Exkursion durch Deutschlands Metropolen. Dieses Mal erkunden wir München – im Zeichen der Architektur. Vom Barock des 17. Jahrhunderts über den Münchner Jugendstil der Jahrhundertwende bis zur Konstruktion der Olympiabauten – einzelne Stile aus mehr als 300 Jahre im Schnelldurchlauf: Ab ins car2go und pack ma’s!

Das erste Ziel an diesem Tag weist gleich so viele Stile auf, dass das Herz eines Kunstgeschichtsstudenten sich zu überschlagen droht: das Schloss Nymphenburg. 1664 fingen Arbeiter hier an, eine Sommerresidenz zu bauen, weil sich ein bayerisches Kurfürstenpaar freute, dass es ihnen nach zehn Jahren Ehe gelungen war, einen Thronerben auf die Welt zu bringen.

Facebook/car2goMünchen

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Ja bravo! Ein Teil des Komplexes ist original barock geblieben, anderes wurde im Stil von Rokoko und Klassizismus neugestaltet. Entweder nimmt man die Herausforderung an, alles zu entdecken, oder man kommt in den Parkanlagen des Schlosses zur Ruhe.

Irgendwann wird es aber auch mit dieser zu viel. Nach einem Stück Kuchen im Schlosscafé im Palmenhaus ist es Zeit für die nächste Station.

Ab ins car2go, über das Rondell zurück zur Ludwig-Ferdinand-Brücke, nach Norden über die Menzinger Straße und nach rechts auf den Wintrichring, der nach ein paar Hundert Metern zum Georg-Brauchle-Ring wird.

Dirk Suhm / pixelio.de

Dirk Suhm / pixelio.de

Die 850.000 Quadratmeter des Olympiaparks auf der rechten Seite kann man nicht übersehen. Damit wir uns die Größe ein bisschen besser vorstellen können: Laut FIFA-Norm sind das um die 119 Fußballfelder.

Hier, wo die Olympischen Sommerspiele 1972 stattfanden, fällt sofort die Dachkonstruktion des Olympiastadions ins Auge. Die Betreiber des Olympiaparks bieten einmal im Monat eine Architek-Tour an, bei der Hintergründe des Baus erklärt werden.

Robert Köhn / pixelio.de

Robert Köhn / pixelio.de

Rund um „Olympia“

Doch das ist längst nicht die einzige Möglichkeit, um sich hier die Zeit zu vertreiben: ein Spaziergang auf den Olympiaberg, um den Olympiasee oder – wenn das Portemonnaie ja sagt – eine zünftige Mahlzeit im Restaurant 181 im Olympiaturm mit dem wohl schönsten Ausblick über München. Zu empfehlen ist hier der Schmorbraten von der Rinderschulter für 23 €.

Robert Köhn / pixelio.de

Robert Köhn / pixelio.de

Auf zur nächsten Station – der Olympiapark ist zu groß, um alles zu sehen und langsam aber sicher machen sich die Beine bemerkbar. Ab ins car2go, zurück auf den Ring, gleich rechts in die Lerchenauer Straße, weiter leicht rechts auf der Schleißheimer, nach einem Kilometer links in die Elisabeth und geradeaus, bis man auf die Leopoldstraße stößt.

Clash der Kulturen: Hier treiben einerseits die Häuserfassaden im Münchner Jugendstil die Mieten hoch, andererseits pulsiert hier eine lebendige Café- und Bar-Szene.

Wolfgang Dirscherl / pixelio.de

Wolfgang Dirscherl / pixelio.de

Auf der Leopoldstraße gehen wir noch kurz nach rechts und schauen uns an der U-Bahn-Haltestelle Giselastraße den „Walking Man“ an, eine 17 Meter hohe Skulptur des amerikanischen Künstlers Jonathan Borofsky. Der erinnert uns noch einmal daran, dass etwas zum Sitzen jetzt eine gute Idee wäre.

Am besten geht das in der Bar im Rationaltheater, dazu muss man nur von der Leopoldstraße auf Höhe der Münchner Freiheit in die Hesseloherstraße einbiegen. Architektonisch weniger aufdringlich als der Rest des Tagesprogramms und dennoch sehr, sehr gemütlich. So kann der Input des Tages im Kopf nachrutschen.

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Um euch auch musikalisch auf den City Trip durch die bayrische Landeshauptstadt einzustimmen, haben wir noch ein besonderes Goodie für euch: Eine Spotify-Playlist mit den besten Songs über München und den bekanntesten Bands aus der Isarmetropole.

Hast du auch eine Idee für einen City Trip, den sich keiner entgehen lassen sollte?

Beitragsbild: Petra Dirscherl / pixelio.de