6 Dez 2013
BIG PICTURE

5 Jahre car2go: Wie sieht die Zukunft aus?

Heute haben wir für Euch den vierten und letzten Teil unseres Interviews mit Robert Henrich. Wir haben in den ersten drei Teilen erfahren,  dass der Arbeitstitel von car2go „City Smart“ war, dass Dr. Zetsche bei der ersten Präsentation eine Touchscreen-Attrappe aus Pappe in der Hand hielt und dass unter anderem viel Kaffee, Start-up-Spirit und Risikobereitschaft im Spiel waren, damit aus einem Pilotprojekt ein erfolgreiches Geschäftsmodell werden konnte. Die letzte Frage jedoch ist: Wie geht es mit car2go weiter?

car2go: Wenn Du jetzt nach solch erfolgreichen Jahren in die Zukunft schaust, wie geht es weiter? Was wünschst Du Dir?

Robert Henrich: Auch nach fünf Jahren harter Arbeit stehen wir noch ganz am Anfang. Obwohl wir weltweit bereits mehr als 15 Millionen car2go-Mieten abgewickelt haben: Verglichen mit den vielen, vielen Menschen auf der Welt, die jeden Tag in Städten unterwegs sind, ist das, was wir machen, noch ein sehr kleiner Tropfen im großen Strom der Mobilität.

Und ganz ehrlich – unsere Umsätze sind ebenfalls noch eine sehr kleine Nachkommastelle in der großen Bilanz unseres Shareholders. Wir haben noch immer eine sehr große Wegstrecke vor uns.

Die Herausforderung in den nächsten Jahren wird sein, das Beste aus zwei Welten in einem Unternehmen zu vereinen: Die neuen Geschäftsmodelle wie moovel stehen noch am Anfang ihrer Entwicklung.

Sie benötigen das pragmatische, flexible, schnelle und mutige Vorgehen eines Start-ups. car2go ist dieser Phase jedoch längst entwachsen und benötigt Standardisierung, Kosteneffizienz und Skalierbarkeit. Beide Disziplinen, „Start-up“ und „reifes Unternehmen“, müssen wir parallel beherrschen.

Eines scheint mir sicher: Das Marktumfeld für unser Unternehmen ist weltweit mehr als günstig. Mobilität in Ballungsräumen ist zum zentralen Menschheitsthema geworden und wird dies voraussichtlich für Jahrzehnte bleiben.

Megatrends wie Urbanisierung, das mobile Internet oder das autonome Fahrzeug zeichnen disruptive Veränderungen der Mobilitätssysteme vor. Wir stehen am Anfang eines Transformationsprozesses, der große Chancen eröffnet, aber andererseits viele etablierte Player – und übrigens auch manche Automobilhersteller – vor große Herausforderungen stellen dürfte.

Wir wollen urbane Mobilität radikal vereinfachen und die Lebensqualität der Menschen in Städten erhöhen.

Die Daimler Mobility Services nimmt diese Megatrends auf und übersetzt sie in konkrete, profitable Geschäftsmodelle. Dazu gehört nicht nur car2go. Wir wollen urbane Mobilität radikal vereinfachen und die Lebensqualität der Menschen in Städten erhöhen.

Um das zu erreichen, werden wir mit moovel in naher Zukunft Lösungen entlang einer großen Bandbreite von Mobilitätsoptionen anbieten – mit einem wachsenden Netzwerk von Partnern, Beteiligungen und selbst erbrachten Dienstleistungen. Dafür lohnt es sich, sein Bestes zu geben!

Ich wünsche mir, dass wir in fünf Jahren als ein bedeutender Marktführer im Bereich der urbanen Mobilität bekannt sein werden, unsere Apps von Millionen Kunden genutzt und als unverzichtbar empfunden werden, wir in Ballungsräumen weltweit einen spürbaren Anteil des Verkehrs arrangieren, auf Gruppenebene profitabel und von Daimler als wichtiges Puzzlestück für die Zukunft des Gesamtunternehmens gesehen werden.

Und zugleich werden wir erneut das Gefühl haben, noch ganz am Anfang zu stehen und einen weiten Weg vor uns zu haben. Was aus meiner persönlichen Sicht nur positiv ist – denn ich würde es als großes Glück empfinden, wenn wir noch viele Jahre an diesem Thema arbeiten dürften.

Wir danken Dir, Robert, für das gute Gespräch!

Welche zusätzlichen Mobilitätsdienstleistungen und Verbesserungen wünscht ihr euch für die Zukunft? Wir freuen uns über eure Kommentare. Solltet ihr Fragen zum Carsharing von car2go haben, beantworten wir auch die gerne auf diesem Weg.