22 Nov 2013
LOCAL FLAVOUR

City Trips: Von Stuttgart bis Bad Cannstatt

Auf den City Trips gehen wir auf Exkursion durch die Stadt – wir besuchen die Hot Spots, bewegen uns aber auch abseits ausgetretener Touristenpfade. Nach Berlins Heller Mitte sind wir dieses Mal in Bad Cannstatt bei Stuttgart unterwegs. Kleiner Scherz: Dass die Landeshauptstadt auf der westlichen Seite des Neckars wesentlich später gegründet wurde als Cannstatt, ist uns bekannt. Dass der VfB, der Wasen und viele lustige Schnadahüpfl – traditionelle Volkslieder für die gute Laune, wie eben “Zwischa Schtuagart ond Cannstatt…” – aus Cannstatt kommen, wissen wir ebenfalls.

Wir starten am schönen Stuttgarter Schlossplatz. Dort dürften wir zwar nicht mit dem car2go kreuzen, doch ein kleiner Abstecher zu Fuß sei uns bei unserem heutigen City Trip gegönnt.

Aber was gibt es sonst noch so im schwäbischen Melting Pot zu entdecken?

Dann aber ab in das Fahrzeug und auf zu neuen Ufern – also zehn Minuten bei fließendem Verkehr über die B14 in Richtung Norden, auf die andere Seite des Neckars. Bad Cannstatt heißt unser Ziel. Kleine Wissensfrage zwischendurch: Warum „Bad“? Weil es hier Mineralquellen gibt, ganze 19 an der Zahl.

Die Neugierde ist unser Motor, also ab über den Neckar und schon ist man in der Altstadt. Unser erster Eindruck: ziemlich viele historische Bauten. Das heißt, Parkposition erneut einnehmen und gemächlich ein paar Runden drehen. Zu Fuß geht’s dann wieder zurück gen Süden bis zum Neckar.

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Ein Blick nach Osten: der Wasen. Hier sind sich im September knapp vier Millionen Menschen zum Cannstatter Volksfest auf die Füße und in die Hacken getreten. Aber ein Spaß ist das jährliche Volksfest allemal. Heute herrscht hier Ruhe und ein Spaziergang entlang des Neckars ist eine entspannende Angelegenheit.

Dort, wo die König-Karl-Straße den Neckar überquert, warten übrigens Graffitis, die man in einem Stadtteil, der mit „Bad“ beginnt, nicht so erwarten würde. Wir glauben, Street Art steht jedem Städtle gut zu Gesicht.

Wenn Bad Cannstatt in etwas gut ist, dann Parks. Wir entscheiden uns nicht für einen der kleineren, sondern gleich für die 1. Liga. Am anderen Ufer, in der Neckartalstraße, liegt die Wilhelma, der zoologisch-botanische Garten des Bezirks.

Tiere beobachten ist immer toll, hier wohnen immerhin 1.000 Arten. Also einfach den Straßenschildern mit dem schwarzen Elefantensymbol folgen und das car2go in der Nähe der Eisenbahnstraße abstellen und bequem über den Neckar zur Wilhelma spazieren.

Vom Stadion bis zum Mercedes-Benz Museum

Eine weitere Grünfläche für die 1. Liga ist das Stadion des VfB Stuttgarts. Lediglich 2,9 km der Mercedesstraße in Richtung Südosten folgen, bis auf der linken Seite die Arena aufpoppt. Beeindruckende Architektur, ein Muss für unseren Cannstatt-Trip.

Und welch schöner Zufall, direkt gegenüber befindet sich das Mercedes-Benz Museum. Sodele. Kalt wird es langsam, also ab ins Warme. Entweder zur kleinsten Kunst- und Kulturbühne der Stadt, dem Sideways. Dafür einfach wieder Richtung Norden über die Mercedesstraße, Schönestraße, Badstraße und dann rechts in die Brählesgasse 14.

Hier stehen lediglich drei Tische zur Auswahl, mehr Gemütlichkeit geht also nicht. Das Coox & Candy findet Tiere auch toll, deshalb gibt es hier nur vegane Köstlichkeiten. Fahrt einfach ein paar Gassen weiter in die Sulzbachgasse 14. Oder direkt in der König-Karl-Straße ins 87 am Wasen: Königtum trifft Industrialisierung trifft kosmopolitischen Flair im Jugendstilgebäude.

Greifbar ist der Stil nicht, außergewöhnlich in jedem Fall und bei einem alkoholfreien Spicy Ginger mit Gurke hat man hier mehr als nur einen guten Abend.

Frohsinn und die Liebe zu Bad Cannstatt stehen allen ins Gesicht geschrieben. Irgendwie ansteckend. In diesem Sinne: “Zwischa Schtuagart ond Cannstatt do steht a Tonnel, wenn ma nae fährt wirds donkel, wenn ma raus fährt wirds hell. Holadihia, Holadiho, Holadihopsassa, Holadio!”

Hast du auch eine Idee für einen coolen City Trip, den sich keiner entgehen lassen sollte?