6 Mai 2009
BIG PICTURE

Mobilität – eine Begriffsklärung

Mobilität ist ein viel verwendeter Begriff. Er kommt aus dem lateinischen (mobilitas) und bedeutet wörtlich Beweglichkeit. Eindeutig positiv besetzt, verbinden sich mit Mobilität die Fähigkeit und der Wille sich fortzubewegen. Das Gegenteil von Mobilität – die Starrheit – ist wiederum eindeutig negativ belegt und bedeutet die Weigerung einen Standort aufzugeben, sich zu wandeln und sich zu verändern.

Aufgrund seiner Vielschichtigkeit wird der Begriff der Mobilität meist mithilfe weiterer Merkmale eingegrenzt: so spricht man von geistiger Mobilität, räumlicher Mobilität, informationeller oder virtueller Mobilität.

Mobilität ist ein Grundbedürfnis des Menschen und hat sich über die Jahrtausende entwickelt, es ist gleichzeitig ein Prinzip für Fortschritt und Entwicklung – was nicht mobil ist, kann sich nicht ändern.

Mobilität ist auch ein enormer Wirtschaftsfaktor und bereits lange bevor der Begriff „Globalisierung“ auftauchte, brachte Mobilität Wohlstand.
Mobilität findet sich dabei nicht nur im Verkehrsbereich, mit dem es heutzutage wohl am häufigsten assoziiert wird sondern auch im sozialen Gefüge.

Die soziale Mobilität ist eine vergleichsweise junge Entwicklung und bedeutet die Möglichkeit Klassengrenzen zu überwinden und sich gesellschaftlich zu entwickeln, „aufzusteigen“.

Das Mobilität ein Grundbedürfnis des Menschen ist, lässt sich an zwei weiteren Faktoren erkennen: Die höchste Strafe im Rechtssystem zivilisierter Länder ist das Gefängnis – ein drastisches Einschränken der individuellen Mobilität.

Diktaturen schränken gerne die Mobilität ihrer Bürger ein, um sie besser kontrollieren zu können – kein Zufall, dass die DDR vor allem auch an der fehlenden Reisefreiheit scheiterte.

Freiheit und Mobilität gehen in der Regel Hand in Hand.

Mobilität findet sich überall auf der Welt: bei Pflanzen finden sich ebenso Beispiele für Mobilität wie natürlich im Tierreich, doch der Mensch ist seit Anbeginn seiner Entwicklung ein mobiles Wesen und treibt seine eigene Mobilität ständig voran.

Wie die Mobilität entstand

Dabei hat die Mobilität sich in der Menschheitsgeschichte nicht konstant entwickelt. Es gab stets Erfindungen, die einen beschleunigten Anstieg der menschlichen Mobilität zur Folge hatten:

Zunächst waren es die Domestizierung von Tieren und die Erfindung von Rad und Wagen, die vor vier- bis achttausend Jahren den Menschen ermöglichten, Entfernungen schneller zurückzulegen und größere Lasten zu transportieren.

Noch früher gab es erste Boote, die Waren und Personen entlang von Gewässern transportierten. Die nächsten großen Mobilitätssprünge erfolgten mit Aufkommen der Seeschifffahrt und in technologischer Hinsicht mit der Erfindung der Dampfmaschine Ende des 18. Jahrhunderts und des Flugzeuges, mit der sich der Mensch unabhängig vom Erdboden machte und die dritte Dimension in der globalen Mobilität eroberte.

Am nachhaltigsten unser heutiges Mobilitätsverhalten beeinflusst hat darüber hinaus jedoch sicherlich die Erfindung des Auto-mobils durch Carl Benz und Gottlieb Daimler (nein, Mr. President: es war nicht Henry Ford ;-)).

Das Auto wurde im letzten Jahrhundert geradezu zum Symbol individueller Freiheit.

Und ist – wie die aktuelle Wirtschaftskrise zeigt – immer noch ein Indikator für wirtschaftlichen Fortschritt.

Übrigens: Der 3-zackige Mercedes-Stern symbolisiert den Mobilitätsansatz der Daimler AG zu Lande, zu Wasser und in der Luft. Er geht direkt auf Gottlieb Daimler zurück.

Völlig losgelöst von materiellen Dingen zeigt sich ein anderer Zweig von Mobilität: die Mobilität von Informationen. Von den Anfängen der Nachrichtentechnik bis zum Internet gibt es auch hier in den letzten 100 Jahren eine umwälzende Änderung.

Informationen sind heutzutage so mobil, dass sie in Sekundenbruchteilen rund um den Globus geschickt werden.

Scheinbar grenzenlose Mobilität hat jedoch in den letzten Jahren auch ihre Grenzen aufgezeigt bekommen. Individuelle Freiheit geht in unserem Rechtsverständnis nur so weit, wie sie Freiheit von anderen nicht einschränkt. Um das Verkehrsaufkommen zu limitieren, werden vielerorts Beschränkungen eingeführt, insbesondere in den großstädtischen Innenstadtbereichen.

Neues Mobilitätsgefühl

Viele Einwohner großer Städte setzen persönliche Freiheit nicht mehr mit Autobesitz gleich sondern fühlen sich auch durch die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel ausreichend mobil.

Da es trotzdem stets einen gewissen Bedarf nach dem auto-mobil-sein und eine Nachfrage nach dem eigenen Auto geben wird, besteht hier die Chance für neue Entwicklungen ergänzend oder sogar jenseits des eigenen Autobesitzes.

Was bedeutet für euch Mobilität? Seid ihr am liebsten mit dem Auto unterwegs oder mit den öffentlichen Verkehrsmitteln? Erzählt es uns im Kommentarfeld.

Beitragsbild: Future Cities von Leo Hidalgo, CC BY 2.0, zugeschnitten