13 Jun 2016
BIG PICTURE

Sharing Economy: Kann man Jobs teilen?

Auf unserem Blog stellen wir Dinge vor, die man teilen kann. Dieses Mal geht es um Jobsharing: Denn für viele Menschen ist die Arbeit nicht mehr der wichtigste Lebensinhalt. Sie träumen davon, mehr Zeit zum Leben zu haben und weniger zu arbeiten. Doch was bedeutet Jobsharing eigentlich ganz konkret und wie sieht es in der Praxis aus? Ein kleiner Überblick.

Jobsharing heißt im Prinzip ja nichts anderes, als sich die Arbeit zu teilen. Gründe dafür gibt es viele verschiedene:

Einige möchten einfach mehr Freizeit für sich selbst, andere mehr Zeit für die Familie; für die Meisten ist es wichtig, ein ausgeglicheneres Verhältnis zwischen Arbeit und Privatleben zu haben. Doch was ist nun der Unterschied zu einem ganz normalen Teilzeitjob?

Beim Jobsharing teilen sich – im Unterschied zu einem Teilzeitjob – mindestens zwei Leute eine Stelle. Aber auch hier gibt es verschiedene Modelle. Man unterscheidet zwischen Job-Splitting, Job-Pairing und Top-Sharing.

  • Job-Splitting ist das am meisten verbreitetste Modell. Hierbei können sich zum Beispiel zwei Arbeitnehmer eine Vollzeitstelle zu 50 Prozent teilen. Beide arbeiten unabhängig voneinander, lediglich zeitlich müssen sie sich abstimmen. Aber auch andere Aufteilungen sind möglich: So können sich fünf Mitarbeiter auch vier Vollzeitstellen teilen usw.
  • Das Job-Pairing ist dem Job-Splitting nicht unähnlich, allerdings müssen hier Entscheidungen gemeinschaftlich getroffen werden, da auch die Verantwortung geteilt wird.
  • Das letzte Modell – Top-Sharing – bezieht sich auf Führungspositionen, bei denen wie beim Job-Pairing die Verantwortung geteilt wird. Entscheidungen müssen gemeinsam getroffen, Strategien gemeinsam umgesetzt werden. Diese Konstellation wird auch Doppelspitze genannt. Allerdings kann eine Doppelspitze auch aus zwei Vollzeitstellen bestehen, im Vordergrund stehen hier nämlich die geteilten Entscheidungsbefugnisse sowie die geteilte Verantwortung.

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Bringt allen Vorteile: Das Job-Sharing (Foto: Share von GotCredit, CC BY 2.0, zugeschnitten)

Was bringt Jobsharing?

Die Vorteile für den Arbeitnehmer sind eindeutig: Man hat mehr Zeit zum Leben und muss Verantwortung, vor allem in hohen Positionen, nicht alleine stemmen. Was aber bringt es einem Arbeitgeber? Der trägt nämlich vor allem erst Mal höhere Kosten.

Um die 10 Prozent mehr muss er für Sozialabgaben und Gehalt aufbringen. Zudem sollte ein nicht unerheblicher Teil der Arbeit in die Kommunikation und Abstimmung untereinander investiert werden.

Allerdings bringen zwei Personen auch mehr Know-how und Kompetenzen mit, zwei verschiedene Sichtweisen und mehr Ideen. Zudem kann der Arbeitgeber in Zeiten besonders hohen Bedarfs auf zwei Arbeitskräfte zurückgreifen.

Nicht zuletzt ist die Stelle so gut wie immer besetzt: Krankheits- oder urlaubsbedingter Ausfall kommt so gut wie nie vor.

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Nicht immer ausgeglichen: die Work-Life-Balance (Foto: Berlin Startup Tour von Heisenberg Media, CC BY 2.0, zugeschnitten)

Wie findet man eine Stelle zum Teilen?

Habt ihr schon mal eine Stellenausschreibung gesehen, die explizit einen „Jobsharer“ gesucht hat? Nein? Dann geht es euch wohl wie den meisten anderen Menschen.

Wie bekommt man dann am besten eine Arbeit, die man teilen kann? Eine Möglichkeit ist es, sich mit einem Partner gemeinsam auf eine offene Stelle zu bewerben. Vielleicht habt ihr Glück mit der Personalabteilung.

Etwas mehr Erfolg versprechen Plattformen, die sich auf Jobsharing spezialisiert haben. Dazu gehört zum Beispiel Tandemploy: Hier könnt ihr euch ein Profil erstellen und so einen Partner sowie jobsharing-freundliche Unternehmen finden.

Habt ihr Erfahrungen mit dem Thema Jobsharing? Wir freuen uns, wenn ihr sie mit uns teilt! Nutzt dafür die Kommentarfunktion. Auf diesen Wegen könnt ihr auch eure Fragen zu car2go an uns richten.