1 Jun 2016
BIG PICTURE

Sharing Economy: Wohnraum teilen

Teilen macht Freude – anders lässt sich der Hype um die Sharing Economy nicht erklären. In unserem Blog schauen wir uns an, was sich teilen lässt und wie es funktioniert. Dieses Mal werfen wir einen Blick auf Wohnungen und Unterkünfte. Billiger wohnen und übernachten dank Sharing Economy

Beim Hype um die Sharing Economy entsteht schnell der Eindruck, das Konzept sei neu und frisch. Dabei ist die Idee viel älter, denn im Grunde passiert in einer WG nichts anderes:

Ein paar Menschen geben sich gegenseitig einen Vertrauensvorschuss, teilen sich Wohnraum und zahlen in der Regel weniger Miete als würden sie allein wohnen.

Praktisch ist das vor allem für junge Menschen, die sich keine eigene Wohnung leisten können oder wollen. Oder für Pendler, die sonst mehrere Wohnungen allein finanzieren müssten.

Wer sich auf diese Weise mit anderen Wohnraum teilen will, kann dies ganz einfach auf Plattformen wie immosuchmaschine.at, easywg.at und bazar.at.

Aber was unterscheidet Sharing-Economy-Plattformen davon? Woher der Hype?

Die Anfänge: Günstig übernachten dank CouchSurfing

Foto: Yellow Couch + Yotei von studio tdes, CC BY 2.0, zugeschnitten

Foto: Yellow Couch + Yotei von studio tdes, CC BY 2.0, zugeschnitten

Das CouchSurfing-Netzwerk klebt sich den Sharing-Economy-Aufkleber zwar selbst nicht auf, aber es gehört auch zur Bewegung.

Die Plattform steht seit 2003 im Zeichen der Gastfreundschaft und bietet ihren Nutzern die Möglichkeit, auf den Couches anderer Mitglieder zu übernachten – daher der Name.

Das Prinzip hinter Couchsurfing ist simpel: Interessierte registrieren sich auf der Seite und legen sich ein Profil an. Das soll dabei helfen, die Vertrauenswürdigkeit der Person einzuschätzen.

Von hier an läuft alles über Absprachen zwischen den Beteiligten. Geld darf dabei allerdings nicht verlangt werden. Bei CouchSurfing wird Gastfreundschaft groß geschrieben.

Das macht CouchSurfing nicht nur zu einer Vermittlung für Unterkünfte, sondern auch für Freundschaften – mal flüchtig, mal fürs Leben. Denn viele Gastgeber laden euch zu einem Rundgang durch die Stadt ein oder starten mit euch ins Nachtleben.

Das Gute am CouchSurfing: Wenn euch etwas nicht passt, könnt ihr am nächsten Tag einfach die Fliege machen, ohne dabei Geld zu verschenken.

Der Überflieger in der Sharing Economy: Airbnb

Das wohl bekannteste Beispiel für die Sharing Economy, wenn es um Wohnen und Unterkünfte geht, ist mittlerweile Airbnb. Das Motto der Plattform ist „Weltweit private Unterkünfte finden“.

Vermieter stellen ihr Zuhause ein, Nutzer der Seite können dort Übernachtungen buchen und ihre Bleibe im Anschluss bewerten. So wissen andere Interessierte besser, worauf sie sich einlassen.

Im Gegensatz zu CouchSurfing müsst ihr bei Airbnb für eine Unterkunft den Preis zahlen, den der Vermieter festlegt. Die Transaktion läuft dabei über die Plattform ab, die einen gewissen Prozentsatz vom Buchungspreis einbehält.

Beitrag von Airbnb.

Vor- und Nachteile von Airbnb gehen Hand in Hand: Ihr müsst zahlen, habt damit allerdings auch Sicherheit, zum Beispiel die Gastgeber-Garantie. Die Wahrscheinlichkeit, dass ihr nach einer Buchung vor einer verschlossenen Tür steht, ist eher gering.

Seit einiger Zeit steht Airbnb in der Kritik, da manche Nutzer auf der Plattform gewerbsmäßig auftreten. Das haben zum Beispiel die Recherchen des Magazins Monitor gezeigt.

Touristen, die denken, sie würden bei privaten Anbietern übernachten, geraten zum Teil an gewerbliche Anbieter. So werden Privatwohnungen zweckentfremdet und der Wohnungsmarkt wird kleiner.

Wem wirklich an Sharing Economy liegt, sollte genau schauen, bei wem er bucht.

Natürlich gibt es eine ganze Reihe von Alternativen zu Airbnb, über die ihr eine Bleibe finden könnt – Housetrip oder Roomorama zum Beispiel. Welche davon ihr nutzen solltet, hängt vom Wohnungsangebot an eurem Zielort und den Vertragsbedingungen ab.

Für das Kleingedruckte gilt wie immer: Sorgfältig lesen, damit euch keine bösen Überraschungen erwarten und ihr eure Rechte kennt.

Kennt ihr noch weitere Möglichkeiten, Wohnraum mit anderen zu teilen? Schreibt sie als Kommentar unter diesen Blogeintrag. Auf diesem Weg beantworten wir euch auch gern Fragen zum Carsharing von car2go.

Wir freuen uns auf euer Feedback!