“Zeit ist Geld oder: car2run“ titelte die Ulmer Südwest-Presse am Montag (20.04.2009) auf der ersten Seite des Lokalteils und regte damit eine interessante Diskussion an. Im Artikel wurden schon Formel1 Verhältnisse auf Ulms Straßen prognostiziert. These: die 19 cent pro Minute, welche die Nutzung von car2go kostet, ergeben zusammen mit dem schwäbischen Hang zur Sparsamkeit eine verhängnisvolle Mischung. Familienstreits, Verstöße gegen die Straßenverkehrsordnung, Gesundheitsschäden durch Stress und in der Hektik in der Autotür eingeklemmte Finger – alles durch die Preisstruktur von car2go verursacht?
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Als einer der 50 SWR3-Testpiloten durfte ich am Donnerstag, den 26. März beim Startschuß des auf ein Jahr angelegten Car2Go Feldversuchs teilhaben. Über die Aktion wurde schon Tage zuvor immer wieder im laufenden Radioprogramm berichtet. Die Bewerbung auf einen der begehrten Plätze konnte online auf der SWR3-Homepage erfolgen. Etwas mulmig war mir schon zumute dem Formular vertrauensvoll meine Führerscheindaten zu überlassen. Aber die Chance bei der Veranstaltung in exklusiver Rolle mit dabei sein zu dürfen überwog bei weitem. Jetzt hieß es abwarten und Daumen drücken.

Und ich sollte Glück haben! Am Abend des 24. März blinkte mir nach Feierabend fröhlich eine rot blinkende „01“ der Segmentanzeige meines Anrufbeantworters entgegen. Die Sprachnachricht enthielt dann auch tatsächlich die erhofften guten Neuigkeiten: „Hallo Herr Müller! XY von SWR3. Ich freue mich ihnen mitteilen zu dürfen, dass sie als Testfahrer ausgelost worden sind…“ Juhuuu!
Wie viel smart fortwo passen auf den Ulmer Münsterplatz? Zumindest 100 von ihnen geben ein ziemlich beeindruckendes Bild. Ausgehend von rd. 4,3 m² Grundfläche je Fahrzeug waren am vergangenen Donnerstag so insgesamt 430 m² des großen Platzes mit car2go belegt. Für sämtliche 200 smarts hätte die Fläche möglicherweise zwar knapp ausgereicht aber viel Platz zum rangieren und fahren wäre vermutlich nicht geblieben.
Zumindest nicht für die rund 200 geladenen Gäste der Pressekonferenz und die zahlreichen interessierten Passanten, die sich rund um die Fahrzeuge aufhielten und sich von dem gut durch die einheitliche Kleidung zu identifizierendem car2go-Team die Funktionsweise des neuen Mobilitätskonzepts erklären ließen.
Über 100 Journalisten, darunter 70 aus dem Ausland und mehrere TV-Teams waren nach Ulm gereist, um den Startschuss des car2go Pilotprojektes für die Ulmer Öffentlichkeit zu erleben. Nach der Pressekonferenz wurden die car2go ausgiebig getestet. An diesem Tag wurden auf dem Münsterplatz rund 600 Mietvorgänge mit den car2go absolviert, d.h. im Durchschnitt wurde jedes der vorhandenen Fahrzeuge sechs mal an- und wieder abgemeldet.
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