Ein Jahr ist es jetzt her: Auf einer Pressekonferenz, die am 21. Oktober 2008 im Daimler Forschungszentrum in Ulm stattfand, wurde das Ulmer Pilotprojekt erstmals der nationalen und internationalen Öffentlichkeit vorgestellt und der Live-Betrieb aufgenommen. Am folgenden Tag begann die Registrierung der Nutzer für die erste, auf Daimler Mitarbeiter beschränkte, Pilotphase. Von Beginn an stieß car2go auf enormes Interesse seitens der Medien aus dem In- und Ausland sowie natürlich in der Stadt Ulm selbst. Mit dem Start des öffentlichen Pilotbetriebes Ende März wurde die Anzahl der Fahrzeuge von 50 auf 200 erhöht und die Zahl der registrierten Kunden stieg rasant. Eine Menge hat sich getan im letzten Jahr – und mit dem für November geplanten Start des zweiten Piloten in der texanischen Hauptstadt Austin, macht sich car2go gewissermaßen selbst ein Geburtstagsgeschenk…
Nachdem das Ulmer Mobilitätskonzept bereits in der vorletzten AUTO BILD (Ausgabe #35 vom 28. August) in einem Vergleichstest mit dem Flinkster-Projekt der Deutschen Bahn zum Testsieger erklärt wurde, haben die weiß-blauen smarts am vergangenen Mittwoch in Köln auch den international begehrten Umweltpreis ÖkoGlobe erhalten. Vor allem die hohe Flexibilität des Konzeptes und der einfache und bequeme Zugang für die Kunden dürften, wie schon in der Autobild, auch beim ÖkoGlobe den Ausschlag für den ersten Platz in der Kategorie „Mobilitäts-Visionen“ gegeben haben. Wobei – eine Vision ist car2go ja schon längst nicht mehr…
Den Preis für car2go nahm der Leiter Konzernforschung und Vorentwicklung für e-drive & Future Mobility sowie Umweltbevollmächtigter der Daimler AG, Professor Herbert Kohler entgegen.
Mobilität ist ein viel verwendeter Begriff. Er kommt aus dem lateinischen (mobilitas) und bedeutet wörtlich Beweglichkeit. Eindeutig positiv besetzt, verbinden sich mit Mobilität die Fähigkeit und der Wille sich fortzubewegen. Das Gegenteil von Mobilität – die Starrheit – ist wiederum eindeutig negativ belegt und bedeutet die Weigerung einen Standort aufzugeben, sich zu wandeln und sich zu verändern. Aufgrund seiner Vielschichtigkeit wird der Begriff der Mobilität meist mithilfe weiterer Merkmale eingegrenzt: so spricht man von geistiger Mobilität, räumlicher Mobilität, informationeller oder virtueller Mobilität.
Mobilität ist ein Grundbedürfnis des Menschen und hat sich über die Jahrtausende entwickelt, es ist gleichzeitig ein Prinzip für Fortschritt und Entwicklung – was nicht mobil ist, kann sich nicht ändern. Mobilität ist auch ein enormer Wirtschaftsfaktor und bereits lange bevor der Begriff „Globalisierung“ auftauchte, brachte Mobilität Wohlstand.