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Kommunal-Wahlkampfauftakt der Grünen in Ulm. Was eignet sich zum Trommeln besser, als das in aller Munde befindliche Mobilitätskonzept car2go aufzugreifen und mit einem bike2go Aktionsprogramm Aufmerksamkeit zu erregen?
In der Ulmer Südwest-Presse las sich das zunächst wie eine Gegenveranstaltung zu car2go („bike2go statt car2go“) – kann aber so sicherlich nicht gemeint sein. Schließlich greift car2go die Idee des carsharing in einer sehr modernen Form auf und entspricht damit nicht nur einem Beschluss der Bundesdelegiertenkonferenz der Grünen vom November 2008, in dem carsharing als wichtiger „Beitrag zur ökologischen Erneuerung des Verkehrssystems und zur Entwicklung einer neuen und stadtverträglichen Mobilitätskultur“ ausdrücklich begrüßt wird. Auch im Ländle selbst schreibt die Grüne Landtagsfraktion Baden-Württemberg in einem „Grünen Autopapier“: „Der Einstieg von Autoherstellern in das Car Sharing ist sowenig abzulehnen wie die Einführung von Biolebensmitteln in Supermärkten.“ Also kein Widerspruch von bike2go und car2go.
Wir sind auf jeden Fall mächtig gespannt und drücken die Daumen, dass das Konzept erfolgreich ist. Anstatt einen Gegensatz der Konzepte zu konstruieren, scheint nämlich ein sinnvolles Miteinander erste Wahl zu sein. Auf diese Art und Weise entwickelt sich Ulm allmählich zur Vorzeige- und Modellstadt neuer Mobilitätskonzepte, von dem alle profitieren können. bike2go und car2go können sich so auf sinnvolle Weise ergänzen und den Mobilitätsmix in Ulm bereichern. Dem Projekt bike2go von dieser Stelle aus: Gutes Gelingen!
Mobilität ist ein viel verwendeter Begriff. Er kommt aus dem lateinischen (mobilitas) und bedeutet wörtlich Beweglichkeit. Eindeutig positiv besetzt, verbinden sich mit Mobilität die Fähigkeit und der Wille sich fortzubewegen. Das Gegenteil von Mobilität – die Starrheit – ist wiederum eindeutig negativ belegt und bedeutet die Weigerung einen Standort aufzugeben, sich zu wandeln und sich zu verändern. Aufgrund seiner Vielschichtigkeit wird der Begriff der Mobilität meist mithilfe weiterer Merkmale eingegrenzt: so spricht man von geistiger Mobilität, räumlicher Mobilität, informationeller oder virtueller Mobilität.
Mobilität ist ein Grundbedürfnis des Menschen und hat sich über die Jahrtausende entwickelt, es ist gleichzeitig ein Prinzip für Fortschritt und Entwicklung – was nicht mobil ist, kann sich nicht ändern. Mobilität ist auch ein enormer Wirtschaftsfaktor und bereits lange bevor der Begriff „Globalisierung“ auftauchte, brachte Mobilität Wohlstand.
Als car2go-Projekt-Mitarbeiter hatte ich das Vergnügen das System von Beginn an zu testen und zu nutzen. Am Anfang war die Motivation eher die Neugier, das Ganze einfach mal auszuprobieren. Inzwischen hat sich diese neugewonnene Mobilität in meinem Alltag etabliert und ersetzt für mich größtenteils die Stadtbusfahrten. Ich nutze car2go in erster Linie auf dem Weg zur Arbeit und wieder zurück. Wenn man das vom Preis nachrechnet, dann kommt der Smart schon teurer. Was für mich aber das Entscheidende ist, dass ich mit einem car2go anstatt einer ¾ -Stunde mit dem Bus nur etwa 20 Minuten unterwegs bin und deutlich flexibler bin. Man kommt einfach bei Strecken, welche nicht von einer Stadtbuslinie abgedeckt werden deutlich schneller von A nach B. So kann ich z.B. auch in der Mittagspause kurz mal innerhalb einer Stunde zum Einkaufen fahren. Das wäre mit dem Bus nicht machbar. Das soll aber nicht heißen, dass car2go generell den Stadtbus ersetzt. In meinem Fall, bei meinem Nutzungsverhalten läuft das zwar weitestgehend darauf hinaus, aber ich lasse mir diesen Komfort auch etwas kosten.