Mobilität ist ein viel verwendeter Begriff. Er kommt aus dem lateinischen (mobilitas) und bedeutet wörtlich Beweglichkeit. Eindeutig positiv besetzt, verbinden sich mit Mobilität die Fähigkeit und der Wille sich fortzubewegen. Das Gegenteil von Mobilität – die Starrheit – ist wiederum eindeutig negativ belegt und bedeutet die Weigerung einen Standort aufzugeben, sich zu wandeln und sich zu verändern. Aufgrund seiner Vielschichtigkeit wird der Begriff der Mobilität meist mithilfe weiterer Merkmale eingegrenzt: so spricht man von geistiger Mobilität, räumlicher Mobilität, informationeller oder virtueller Mobilität.
Mobilität ist ein Grundbedürfnis des Menschen und hat sich über die Jahrtausende entwickelt, es ist gleichzeitig ein Prinzip für Fortschritt und Entwicklung – was nicht mobil ist, kann sich nicht ändern. Mobilität ist auch ein enormer Wirtschaftsfaktor und bereits lange bevor der Begriff „Globalisierung“ auftauchte, brachte Mobilität Wohlstand.
“Zeit ist Geld oder: car2run“ titelte die Ulmer Südwest-Presse am Montag (20.04.2009) auf der ersten Seite des Lokalteils und regte damit eine interessante Diskussion an. Im Artikel wurden schon Formel1 Verhältnisse auf Ulms Straßen prognostiziert. These: die 19 cent pro Minute, welche die Nutzung von car2go kostet, ergeben zusammen mit dem schwäbischen Hang zur Sparsamkeit eine verhängnisvolle Mischung. Familienstreits, Verstöße gegen die Straßenverkehrsordnung, Gesundheitsschäden durch Stress und in der Hektik in der Autotür eingeklemmte Finger – alles durch die Preisstruktur von car2go verursacht?
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Ist car2go ganz gewöhnliches carsharing – wie es manchmal zu lesen ist – oder doch eine grundlegende Weiterentwicklung des gemeinschaftlichen Autoteilens, die es rechtfertigt von einem neuartigen Mobilitätskonzept zu sprechen?
Schauen wir uns zunächst das „klassische“ carsharing (gewissermaßen die Version 1.0) an:
In Deutschland seit 1988 präsent, ist es hierzulande oft hervorgegangen aus der Ökologiebewegung. Neben einigen großen carsharing Organisationen wie Stadtmobil, cambio carsharing, Greenwheels oder der Deutschen Bahn (DB Carsharing) gibt es viele kleinere Organisationen, häufig mit Vereinscharakter. Diese kleinen Organisationen haben in der Regel auch nur kleine Fahrzeugflotten. Die Fahrzeuge sind auf fest angemieteten Parkplätzen über eine Stadt oder einen größeren Ort verteilt, häufig an gut erreichbaren Knotenpunkten. Die Fahrzeuge müssen vorab reserviert werden und die Nutzer beteiligen sich meistens über eine Aufnahmegebühr und/oder Monatsbeiträgen an den anfallenden Anschaffungs- und Unterhaltskosten. Wollen die Kunden (oder Mitglieder) das carsharing nutzen, müssen sie den genauen Nutzungszeitraum und das gewünschte Fahrzeug angeben und zu einer bestimmten Ausleihstation gehen, von der sie das Fahrzeug mitnehmen und nach Gebrauch auch wieder abstellen.
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