Das erste Jahr car2go in Ulm zeigt in seiner Bilanz beeindruckende Zahlen:
Fast 18.000 registrierte Kunden statt der ursprünglich erwarteten 8.000,
235.000 Mietvorgänge und eine zurückgelegte Strecke von
3,3 Millionen Kilometer, das mehr als einer viermaligen Hin- und Rückfahrt zum Mond entspricht oder – um auf den vier Reifen zu bleiben – mehr als 80 Erdumfahrungen in Äquatorhöhe.
car2go ist gut angekommen in Ulm, Neu-Ulm und rings um die beiden Donaustädte. Doch nicht nur dort sieht man die blauweißen smarts täglich unterwegs. Es gab IDO- (Identified Driving Object) Sichtungen an der Nord- und Ostsee, in den benachbarten Alpenländern, Frankreich und ein Fahrzeug kam sogar mit einem Sticker der Sardinien-Fähren zurück. Diese Langstreckenfahrten geben natürlich Stoff für zahlreiche Anekdoten, haben andererseits aber einen entscheidenden Nachteil: sie blockieren Fahrzeuge, die dort benötigt werden, wo sie bei einem innerstädtischen Mobilitätskonzept am Sinnvollsten sind: in der Stadt.
Natürlich sind die Langzeitmieten nicht alleine dafür verantwortlich, dass es in den letzten Monaten zu bestimmten Zeiten so wenig freie car2go in der Ulmer Innenstadt gab. Bei 18.000 Kunden für 200 Autos bringt der große Erfolg fast zwangsläufig eine zeitweilige Knappheit mit sich. Die im September letzten Jahres erfolgte Erweiterung des Konzeptes auf die Stadt Neu-Ulm hat zusätzlich die Fläche des Geschäftsgebietes vergrößert. Darüber hinaus hat der starke Anstieg der Fahrzeugreservierungen zu einer weiteren Verringerung freier car2go geführt.
Eine wichtige Entscheidung nach Auswertung des Pilotprojektes lautet deshalb, dass noch in diesem Jahr die Fahrzeuganzahl in Ulm und Neu-Ulm um 50 Prozent auf dann 300 car2go erhöht wird. Da gleichzeitig die alte Flotte ersetzt wird, gibt es also im Laufe der zweiten Jahreshälfte 300 neue smarts auf den Ulmer Straßen. Diese werden dann auch keine Dieselfahrzeuge mehr sein sondern mit Benzinmotoren ausgestattete smart fortwo mhd mit Start-Stopp-Funktion.
Als kurzfristige Maßnahme wird auch das Tarifmodell von car2go angepasst:
Die Tagespauschale von bisher 49 Euro wird ab dem heutigen Montag entfallen. Es gelten also nur noch die bisherigen Minuten- und die Stundentarife von 19 cent bzw. 9,90 Euro.
Damit wird car2go wieder stärker an seine ursprüngliche Idee als innerstädtisches Kurzzeitmietmodell ausgerichtet und der Anteil freier Fahrzeuge in der Stadt erhöht.
Da car2go seinen Status als Pilotprojekt in Ulm verlassen hat und nun als Geschäftsmodell auch unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten erfolgreich sein muss, wird als weitere Tarifanpassung ab sofort eine einmalige Registrierungsgebühr für Neukunden in Höhe von 19 Euro erhoben. Damit werden die entstehenden Kosten für Registrierung, Siegel und den Erhalt der Kundenberatung im car2go Shop abgedeckt.
Apropos Shop: dieser wird in Kürze vom Untergeschoss des Ulmer Stadthauses in das Erdgeschoss umziehen und dann direkt neben dem Ulmer Tourismusbüro zu finden sein.
1 Jahr car2go in Ulm ist natürlich auch ein guter Zeitpunkt um “Danke!” zu sagen. Danke an die Stadt Ulm und die car2go Kunden, dass Sie uns die Treue gehalten haben. car2go wird auch in Zukunft alles dafür geben, Sie zufrieden zu stellen.
Dieser Beitrag wurde am Montag, 19. April 2010 um 11:37 Uhr veröffentlicht und wurde unter der Kategorie Das Unternehmen, car2go abgelegt. Sie können die Kommentare zu diesem Eintrag durch den RSS-Feed verfolgen. Sie haben die Möglichkeit, einen Kommentar zu hinterlassen oder einen Trackback von Ihrem Weblog zu senden.
1. Thorsten
Kommentar vom 19. April 2010 um 12:12
Was mich noch interessieren würde: Wie viele Kilometer ist denn das Fahrzeug gefahren, das im ersten Jahr die weiteste Strecke zurückgelegt hat? Wenn man die zurückgelegte Gesamtstrecke durch die 200 Fahrzeuge teilt kommt man ja schon auf einen ansehnlichen Mittelwert. Aber da sind sicherlich Ausreißer dabei…
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3. rob
Kommentar vom 15. Mai 2010 um 12:16
Tagespauschale gibts doch eigentlich noch nur eben mit 119 statt 49 mehr als verdoppelt.
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