Nachdem das Ulmer Mobilitätskonzept bereits in der vorletzten AUTO BILD (Ausgabe #35 vom 28. August) in einem Vergleichstest mit dem Flinkster-Projekt der Deutschen Bahn zum Testsieger erklärt wurde, haben die weiß-blauen smarts am vergangenen Mittwoch in Köln auch den international begehrten Umweltpreis ÖkoGlobe erhalten. Vor allem die hohe Flexibilität des Konzeptes und der einfache und bequeme Zugang für die Kunden dürften, wie schon in der Autobild, auch beim ÖkoGlobe den Ausschlag für den ersten Platz in der Kategorie „Mobilitäts-Visionen“ gegeben haben. Wobei – eine Vision ist car2go ja schon längst nicht mehr…
Den Preis für car2go nahm der Leiter Konzernforschung und Vorentwicklung für e-drive & Future Mobility sowie Umweltbevollmächtigter der Daimler AG, Professor Herbert Kohler entgegen.
In der AUTO BILD gab es Bestnoten für die Fahrzeuge, die Kosten und die Bedienbarkeit des Systems, lediglich bei der Fahrzeugverfügbarkeit gab es nur ein „befriedigend“. Im abschließenden Fazit heißt es: „car2go ist spontaner: Freie Autos können sofort mitgenommen und prinzipiell in ganz Ulm wieder abgestellt werden.“
Der ÖkoGlobe ist der erste Preis für die Automobil- und Mobilitätsbranche, in dem ausschließlich ökologische Kriterien eine Rolle spielen. Begründet wurde der ÖkoGlobe 2007 als Gemeinschafts-Initiative des Aktionskünstlers HA Schult, des CAR-Center Automotive Research der Universität Duisburg-Essen, der DEVK-Versicherung Köln und des Automobil-Clubs ACV. Schirmherr ist Bundesumweltminister Sigmar Gabriel. Neben car2go erhielt die Daimler AG auch für die Kooperation mit der Firma Evonik zur Forschung, Entwicklung und Fertigung von Lithium-Ionen-Batterien in Deutschland einen ÖkoGlobe.
Auszug aus der Pressemitteilung der Daimler AG zur ÖkoGlobe Preisverleihung:
car2go – ein neues Mobilitätskonzept für die Zukunft
Als innovatives und erfolgreiches Produkt wurde in der Kategorie
„Mobilitäts-Visionen“ das Konzept car2go ausgezeichnet, das Daimler Ende März 2009 in Ulm gestartet hat. Dort stehen seither 200 smart fortwo cdi jedermann und jederzeit zur Verfügung. Nach einmaliger Registrierung können die Kunden spontan oder mit Vorbuchung auf die Fahrzeuge zugreifen und sie beliebig lange nutzen. Der Kunde steigt ein, kann sofort losfahren und stellt den Miet-smart nach Fahrt-ende einfach auf einen Stellplatz innerhalb des Stadtgebiets in Ulm ab. Die umweltfreundlichen Stadtautomobile werden flächendeckend im Stadtgebiet bereitgestellt. Abgerechnet wird elektronisch und minutengenau für nur 19 Cent pro Minute.
Ein Vierteljahr nach Beginn der öffentlichen Pilotphase hatten sich schon über 12.000 car2go Kunden im Ulmer car2go Shop registrieren lassen – rund zehn Prozent der gesamten Ulmer Bevölkerung. Der positive Trend der Registrierungen hält an, zumal seit dem 1. September auch die bayerische Nachbarstadt Neu-Ulm zum car2go Geschäftsgebiet gehört. Damit hat Daimler ein völlig neues Mobilitätskonzept realisiert, das eine zukunftsweisende Antwort auf das steigende Verkehrsaufkommen in Ballungsgebieten gibt.
Bei dem deutschen Pilotprojekt in Ulm/Neu Ulm wird es nicht bleiben, das Konzept war von Beginn an auch für den internationalen Einsatz ausgelegt. Inzwischen liegen zahlreiche Anfragen von Städten aus aller Welt vor, die ihren Bürgern ebenfalls car2go anbieten möchten. Bereits Ende des Jahres wird Daimler mit car2go internationales Parkett betreten und auch in Austin, Texas, starten, zunächst ebenfalls mit 200 Fahrzeugen.
Dieser Beitrag wurde am Freitag, 18. September 2009 um 14:26 Uhr veröffentlicht und wurde unter der Kategorie car2go abgelegt. Sie können die Kommentare zu diesem Eintrag durch den RSS-Feed verfolgen. Sie haben die Möglichkeit, einen Kommentar zu hinterlassen oder einen Trackback von Ihrem Weblog zu senden.
1. Ramon
Kommentar vom 14. Dezember 2009 um 15:05
Ich finde die Idee mit car2go wirklich super. Das bringt wenigstens Bewegung in das ganze Konzept. Bin sehr gespannt wie es da weitergeht und werde es interessiert verfolgen.