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car2go im Alltag

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Als car2go-Projekt-Mitarbeiter hatte ich das Vergnügen das System von Beginn an zu testen und zu nutzen. Am Anfang war die Motivation eher die Neugier, das Ganze einfach mal auszuprobieren. Inzwischen hat sich diese neugewonnene Mobilität in meinem Alltag etabliert und ersetzt für mich größtenteils die Stadtbusfahrten. Ich nutze car2go in erster Linie auf dem Weg zur Arbeit und wieder zurück. Wenn man das vom Preis nachrechnet, dann kommt der Smart schon teurer. Was für mich aber das Entscheidende ist, dass ich mit einem car2go anstatt einer ¾ -Stunde mit dem Bus nur etwa 20 Minuten unterwegs bin und deutlich flexibler bin. Man kommt einfach bei Strecken, welche nicht von einer Stadtbuslinie abgedeckt werden deutlich schneller von A nach B. So kann ich z.B. auch in der Mittagspause kurz mal innerhalb einer Stunde zum Einkaufen fahren. Das wäre mit dem Bus nicht machbar. Das soll aber nicht heißen, dass car2go generell den Stadtbus ersetzt. In meinem Fall, bei meinem Nutzungsverhalten läuft das zwar weitestgehend darauf hinaus, aber ich lasse mir diesen Komfort auch etwas kosten.

Vom Ablauf her sieht meine “Standardnutzung” so aus, dass ich mir abends im Community-Portal ein Fahrzeug für den nächsten Tag um 7:00 Uhr im Parkhaus am Rathaus reserviere und erhalte anschließend eine Buchungsbestätigung per Email. Um 6:45 bekomme ich eine SMS, wo mir das für mich reservierte Fahrzeug und dessen Position mitgeteilt wird. Nach einem 5-Minütigen Fußmarsch über die Donau von Neu-Ulm nach Ulm (Neu-Ulm gehört leider noch nicht zum Geschäftsgebiet…irgendwie schade… :-/) komme ich im Parkhaus an und suche mir auf den zwei Parkebenen mit car2go-Parkflächen den mir zugewiesenen Smart. Manchmal nehme ich mir auch einfach irgendeinen anderen freien Smart, wenn ich zu faul zum Suchen bin ;-). In diesem Fall folgt eine kostenlose Stornierung für das mir zugewiesene Fahrzeug, welches anschließend für alle anderen Benutzer wieder zur Verfügung steht. Im Parkhaus macht das eigentlich wenig Sinn, aber angenommen man muss 500 Meter zum zugewiesenen Fahrzeug zurücklegen und findet auf dem Weg dort hin ein freies Fahrzeug, dann kann man sich den längeren Weg sparen. An das Gefühl und den Komfort in “sein eigenes” Auto einzusteigen, sich das Radio einzuschalten und einfach loszufahren gewöhnt man sich schnell und gerne, wenn man das mit den teils überfüllten Bussen vergleicht.
Parkhaus am Rathaus - Ulm
Ein anderer allerdings wenig regelmäßiger “Use-Case” von mir sieht so aus, dass wenn ich über die Mittagspause kurz ein paar Besorgungen z.B. in der Fußgängerzone machen möchte, dann nehme ich mir einfach spontan ein car2go und fahre zum Parkspot “Spindel am Deutschhaus” stelle dort das Fahrzeug – natürlich kostenlos – quasi direkt neben der Fußgängerzone ab. So ein “Ausflug” wäre mit dem Bus in der Mittagspause rein zeitlich gesehen nicht drin. Hier kommt aber noch ein weiterer Aspekt zum Tragen: selbst mit dem privaten PKW kommt man hier deutlich schlechter weg, weil man in der Stadtmitte eigentlich nirgends einen kostenlosen Parkplatz bekommt und schon gar nicht in solch prominenter Lage!
Also alles in allem möchte ich auf die Vorzüge, welche car2go mir bietet nicht mehr verzichten wollen, weil es für mich und meine Familie wirklich im Prinzip einen Zweitwagen ersetzt. Mein 4-jähriger Sohn findet es übrigens ziemlich cool, wenn ich ihn mit dem Smart zum Kindergarten fahre ;-)
Wenn in Zukunft mehrere Städte car2go anbieten, dann könnte man diesen Komfort auch bei Geschäftreisen, in Kombination mit Bahnfahrten oder Flügen sinnvoll einsetzen. Ich hoffe, dass sich das System durchsetzt und weltweit in vielen Städten zum Einsatz kommt. Der aktuelle Benutzerzuwachs von ca. 200 Personen pro Tag belegt, dass so ein Konzept bei der Bevölkerung ausgesprochen gut ankommt und, dass hier wirklich ein Bedarf vorhanden ist, welcher bisher nicht gedeckt werden konnte.

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Dieser Beitrag wurde am Montag, 27. April 2009 um 09:07 Uhr veröffentlicht und wurde unter der Kategorie car2go abgelegt. Sie können die Kommentare zu diesem Eintrag durch den RSS-Feed verfolgen. Sie haben die Möglichkeit, einen Kommentar zu hinterlassen oder einen Trackback von Ihrem Weblog zu senden.

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17 Kommentare (Kommentar schreiben?)

  1. 1. admin.leo

    Kommentar vom 27. April 2009 um 09:17

    Am 24. Oktober startete die erste Pilotphase von car2go in Ulm. Seinerzeit nur für Daimler-Mitarbeiter als interner Testlauf. Das Projekt feiert also gerade seinen halbjährigen Geburtstag und ist in den ersten sechs Monaten doch schon recht stark gewachsen…
    In diesem Zusammenhang vielen Dank an einen der “first user” für Deinen Erfahrungsbericht.

  2. 2. norman

    Kommentar vom 29. April 2009 um 00:44

    Na toll, mal wieder ein unklarer Mitarbeiterbericht

    Wenn du um 7 reserviert hast und 6:45 erst über die Donau läufst aber nicht den sondern einen anderen nimmst werden doch 2€ Stornierung fällig!?

    Was soll der Vergleich mit dem Buß überhaupt, als es noch kein car2go gegeben hat hattest du doch hier noch garkeine Arbeit bzw nicht den gleichen Weg dahin und müssen die eigenen Mitarbeiter überhaupt bzw gleichviel wie ein normaler zahlen?

  3. 3. Dominik Gutowski

    Kommentar vom 29. April 2009 um 07:44

    Kommentare die mit “Na toll” beginnen find ich immer sehr amüsant :-)

    @Norman: Was genau ist denn jetzt unklar?
    Wenn man wirklich aktiv in diesem Zeitraum storniert wird eine Gebühr fällig, falls man in diesem Zeitraum ein anderes Fahrzeug mietet nicht.
    Zu dem Vergleich mit dem Bus kommt es daher, weil ich seit es car2go gibt kaum mehr Bus gefahren bin…ganz einfach. Mit der Anmerkung, dass ich vor car2go hier noch gar keine Arbeit hatte, kann ich nichts anfangen…da solltest Du Dir besser keine Gedanken machen…das führt zu nichts!
    Mitarbeiter zahlen den gleichen Tarif wie alle anderen.

  4. 4. Martin

    Kommentar vom 30. April 2009 um 11:29

    Hi Dominik,

    du hast das ganze ja jetzt in beiden Phasen kennengelernt. hat sich da viel verändert.

    als das projekt nur für die Daimler jungs war standen immer bestimmt 5-6 fahrzeuge in der unmittelbaren nähe zu meiner wohnung (ich wohne direkt in der Innenstadt, also schon an einem punkt wo meiner meinung nach die abdeckung gut sein sollte)

    am anfang hat das auch noch gut geklappt und irgendein fahrzeug war immer in der nähe… in den letzten Woche muss ich aber immer extrem weit laufen um eines zu sehen zu bekommen.

    ist mein Tagesablauf so chaotisch dass ich genau der bin, der die dinger anders braucht als alle anderen oder hat sich hier wirklich was verändert und auch du muss mal ein ordentliches stück weiter laufen als nur zum parkhaus?

  5. 5. Chris

    Kommentar vom 30. April 2009 um 13:26

    Danke fürs Aufzeigen Deiner Anwendungsfälle! Vielleicht solltet ihr eine Rubrik starten um real-world Anwendungsfälle zu sammeln um das Potential von car2go aufzuzeigen…

    Mein Beitrag: Mit dem TGV aus Paris direkt nach Ulm, non-stop, dann mit dem car2go vom Bahnhof Ulm aus nach Hause. Gepäck hat easy in den smart gepasst. So sieht Mobilität heute aus!

  6. 6. MHH

    Kommentar vom 30. April 2009 um 15:54

    @Christ: Dann hattest aber Glück das in der Nähe von Ulm ausnahmsweise mal ein Fahrzeug verfügbar war…

  7. 7. norman

    Kommentar vom 01. Mai 2009 um 03:52

    @DG: Das mit dem Stornierungstarif hab ich wohl übersehen.

    Dein Arbeitsweg ist aber schon interessant, früher hast du ja anscheinend 25min länger gebraucht, nur bleibt die Frage wie lange ein Projekt-Mitarbeiter da schon arbeitet bevor das Projekt startet. Etwa schon jahrelang? Gedanken mache ich mir deshalb weil der Bericht ja von der Marketingabteilung einfach mal erfunden sein KÖNNTE.

    @Christ: Es sind schon einige Fahrzeuge frei, nur werden die eben ständig in die Wohngebiete gefahren, in der Stadt gibts dann oft nix mehr.

    Probier mal mit dem Smart nach Paris zu fahren, dann wirds definitiv preiswerter als der TGV – kommt natürlich auf die Reisedauer an

  8. 8. topspeed42

    Kommentar vom 01. Mai 2009 um 23:47

    @norman: Das sind doch alle nur interne Mitarbeiter von Daimler, nicht speziell für das Projekt.

  9. 9. Frank Müller

    Kommentar vom 04. Mai 2009 um 16:10

    Die Info mit der kostenlosen Stornierung finde ich interessant und wichtig, war mir so nämlich neu, Danke!

    Dein Nutzerverhalten kann ich gut nachvollziehen und entspricht im Wesentlichen auch dem, wie ich Car2Go nutze. Ich lasse es höchstens öfter mal drauf ankommen und Reserviere nicht. Damit habe ich schon die ein oder andere schlechte Erfahrung gemacht und 4 Euro gelöhnt, weil ich zu langsam (oder der nächste Car2Go weiter als 15 Gehminuten weg) war.

  10. 10. Bernd Willmer

    Kommentar vom 09. Juni 2009 um 23:43

    Hallo, also wenn car2go eher zusätzlichen Autoverkehr in der Ulmer Innenstadt induziert, und das Nutzerverhalten von DG lässt darauf schließen, dann ist das alles andere als ein umweltverträgliches Mobilitätskonzept. Mich interessieren die Zahlen: Gibt es Zuwächse im Ulmer ÖPNV seit Einführung von car2go? Wie sieht die Klimabilanz vor und nach der Einführung von car2go aus? Hat sich die Parkplatzsituation verbessert? Haben sich die Unfallzahlen verändert? Und so weiter. Nicht dass das wieder so eine Greenwashing-Kampagne eines großen Autoherstellers ist …

  11. 11. Tina Arnim

    Kommentar vom 09. Juni 2009 um 23:49

    Hallo, also wenn car2go eher zusätzlichen Autoverkehr in der Ulmer Innenstadt induziert, und das Nutzerverhalten von DG lässt darauf schließen, dann ist das alles andere als ein umweltverträgliches Mobilitätskonzept. Mich interessieren die Zahlen: Gibt es Zuwächse im Ulmer ÖPNV seit Einführung von car2go? Wie sieht die Klimabilanz vor und nach der Einführung von car2go aus? Hat sich die Parkplatzsituation verbessert? Haben sich die Unfallzahlen verändert? Und so weiter. Nicht dass das wieder so eine Greenwashing-Kampagne eines großen Autoherstellers ist …

  12. 12. Andreas Leo

    Kommentar vom 17. Juni 2009 um 09:48

    @Tina Armin: Da car2go seit noch nicht einmal drei Monaten von der Ulmer Öffentlichkeit genutzt wird, bitte ich um Verständnis, dass noch kein verlässliches Zahlenmaterial vorliegen kann. Schon gar nicht über Auswirkungen von car2go auf andere Bereiche. Unstrittig ist jedoch unter Experten der positive Effekt gemeinsamer Autonutzung auf den Stadtverkehr, die städtische Parkplatzsituation und Umwelt. Für den Bereich des carsharing gibt es hier zahlreiche Untersuchungen, z.B.: http://www.carsharing.de/index.php?option=com_content&task=view&id=185&Itemid=144 .

  13. 13. Rob

    Kommentar vom 21. Juni 2009 um 15:27

    Eine gemeinsame Autonutzung halte ich ja noch für fraglich, wenn doch ein beträchtlicher Teil der Smarts in den umliegenden Dörfern Ulms geparkt ist und somit nicht in der Stadt für spontanes Nutzen zur Verfügung stehen. Ich kann car2go jedenfalls seltenst nutzen, da in der Innenstadt entweder kein Auto da ist, oder es reserviert ist. Meiner Meinung sollte die Möglichkeit des Reservierens abgeschaltet werden. Reservieren ist doch wie Handtücher auf die Liegen legen.

  14. 14. Michael

    Kommentar vom 27. Juni 2009 um 17:47

    @Rob – stimmt schon, was du zur spontanen Verfügbarkeit und zur Streuung der freien Mobile sagst. Aber dem Abschaffen des Reservierens stimme ich nicht zu. Ich komme z.B. nur alle ein bis zwei Wochen mit dem Zug nach Ulm, und entweder nehme ich ein Taxi für je ca. 20 EUR zur Weiterfahrt, oder ein car2go. Der Bus fährt jedenfalls nicht oft genug in meine Richtung.

  15. 15. Tina Arnim

    Kommentar vom 13. August 2009 um 15:52

    @Andreas Leo
    Ist schon klar, dass Carsharing “positive Effekte” für “Stadtverkehr, städtische Parkplatzsituation und Umwelt” hat. Doch bei diesem extrem niedrigschwelligen Carsharing (car2go) liegt die Vermutung nahe, dass vom ÖPNV auf car2go umgesattelt wird, wie am 27.04.2009 Dominik Gutowski in seinen Beitrag schildert.

  16. 16. Pia

    Kommentar vom 08. September 2009 um 13:01

    Nach meinen ersten Erfahrungen nutze ich aktuell die Smarts nur noch ” for fun” und nicht als Ersatz für ÖPNV.

    Grund:
    Ich komme sehr oft mit dem Zug in Ulm zu Zeiten an, an denen anscheinend alle die Smarts nutzen, d.h. es steht eigentlich nie eines am Bahnhof. In dem Fall nehme ich dann lieber den Bus, statt auf gut Glück einen Smart auf der Straße oder im Parkhaus zu finden (zweimal habe ich es telefonisch aus dem Zug heraus mit Reservierung versucht => einmal war keines verfügbar, das zweite Mal musste ich bis zur Bleichstraße rüberdackeln, mit Gepäck …)

    Wenn ich zum Zug muss, von meinem Wohngebiet Eselsberg aus, dann muss ich, um den Zug auch bestimmt zu erreichen, den Smart auf eine so frühe Zeit reservieren, dass ich stattdessen auch mit dem Bus fahren kann (Weg zum Smart, Parkplatzsituation am Hbf).

    Und leider ist es dann auch so, dass in meinem Wohngebiet (mittlerer Eselsberg), eigentlich nie ein Smart steht, also kann ich es bei kurzfristigem Bedarf, ohne Reservierung, auch nicht nutzen. Anscheinend sind sie bei uns einfach zu begehrt …

  17. 17. Pusteblume

    Kommentar vom 31. Oktober 2009 um 17:55

    @Tina Arnim:

    In einem (im Übrigen unerträglich unkritischen) Bericht der Ulmer Südwest-Presse bestätigt Dr. Zetsche Ihre Vermutungen:

    Und das Konzept Car2Go mit Smarts, das derzeit an der Donau erprobt wird, übertreffe die “kühnsten Erwartungen”. Mit dem Teilen von Autos werde nicht der Marxismus eingeführt, sondern Menschen, die sonst zu Fuß gingen oder Fahrrad fahren fürs Auto gewonnen, sagte Zetsche.

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